Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Ausgewählt, kommentiert und aus dem Tschechischen von Christa Rothmeier. Jakub Deml (1878 - 1961), der legendäre Solitär der tschechischen Literatur, ist berühmt für seine innovative Bildsprache, die Poesie in seinen surrealen, grotesk-visionären Erzählungen, die in geheimnisvolle Seelenlandschaften führen. Mit Texten der unterschiedlichsten Art aus allen Lebensphasen bildet der Band die wesentlichen Linien dieses Werks ab.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2005
Die Rezensentin Alena Wagnerova konstatiert zunächst eine Eigentümlichkeit. Der tschechische Autor Jakub Deml, 1961 verstorben, ist noch nicht in die Literaturgeschichte eingeordnet, sein auf Gott als Fluchtpunkt perspektiviertes Werk treibt die Leser nach wie vor um, als ästhetische Herausforderung. Diese Sammlung erlaubt einen Einblick in dieses Werk, das auf der "Grenze zwischen der Literatur und dem gerade Erlebten" angesiedelt scheint. Im Zentrum der Texte steht die Heimatstadt Tasov, in die er sich zurückzog, um aber in der Provinz die Veränderungswucht der Moderne um so präziser zu notieren. In Tasov entstand Demls, so Wagnerova, "ureigenstes Werk", seine von ihm allein produzierte Zeitschrift in 26 Bänden mit dem Titel "Slepeje" (Fußspuren). Auszüge daraus bietet der Band, dazu Gedichte und Prosa. Glücklich ist die Rezensentin mit diesem Potpourri nicht. Besser wäre Deml mit der Konzentration, findet sie, auf wenige vollständige Texte gedient gewesen. Dennoch: Es gibt hier eine Entdeckung zu machen, die Übersetzung on Christa Rothmeier ist zudem, wie Wagnerova betont, hervorragend.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2005
Nur Mut, Leser - es lohnt sich! Hans-Peter Riese bricht eine Lanze für Jakub Deml, dem großen Unbekannten der tschechischen literarischen Moderne. Und zwar wirklich unbekannt: Noch nie wieder entdeckt worden, nie ein Geheimtipp gewesen, selbst in Tschechien bis heute nicht systematisch verlegt. Die Kommunisten unterdrückten ihn, die Oppositionellen konnten auch nichts mit ihm anfangen, und seit seinem Tod 1961 ist er sowieso vergessen. "Deml war ein Kind des neunzehnten Jahrhunderts", schreibt Riese und meint damit seine inneren Konflikte als Katholik und als Tscheche in einem fremdbeherrschten Land. Das Leben war ihm ein Horror, sein Fluchtpunkt das innere Exil. Demls Leben in der Literatur brachte ihn beispielsweise dazu, vor Freud und den Surrealisten den Traum ins Zentrum seiner vielgestaltigen Texte zu stellen, die nach Ansicht des Rezensenten "in ihrer thematischen Verschlüsselung und formalen Raffinesse in der tschechischen Literatur, und über sie hinaus, ohne Beispiel sind". Also: Entdecken sie einen Großen der Moderne und seine "eigenartig schillernde, zum Teil fremde und sogar befremdliche Literatur".
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Uangenehm plausibel
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