Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Klappentext
Die Erdölvorräte gehen zur Neige; Ressourcenkonflikte schüren die "neuen Kriege" unseres Jahrhunderts. Bei gleichzeitig steigendem Energieverbrauch rast die Welt auf eine existenzielle Krise zu. Hermann Scheer beschreibt in seinem neuen Buch die vielfältigen mentalen Barrieren, die die "ungebrochene Macht tradierten Energiedenkens" zementieren. Er beleuchtet aber auch schlüsselhafte Initiativen, mit denen der Wechsel zu Erneuerbaren Energien gelingen kann. Der archimedische Punkt und das Leitmotiv dafür ist die "Energieautonomie" - als vielfältig realisierbares politisches, technologisches und wirtschaftliches Konzept. Das Buch ist ein ideeller und praktischer Leitfaden für die Ablösung atomarer und fossiler Energien, die schneller und umfassender erfolgen kann, als allgemein angenommen wird - und eine Weltentwicklung nach sich ziehen wird.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.01.2006
Mit großer Zustimmung hat Rezensentin Annette Jensen dieses Plädoyer für eine neue Energiepolitik gelesen. Sie findet nicht nur die Argumentationen des Autors Hermann Scheer überzeugend, sie attestiert ihm auch Mut, geht es ihm doch um nichts weniger als den "weitreichendsten wirtschaftlichen Strukturwandel seit Beginn der industriellen Revolution" (Scheer). Dahinter stehe die klare Vision, dass Strom und Wärme in Zukunft von vielen kleinen Anlagen erzeugt werden, die in der Nähe der Verbraucher stehen. Als rundum plausibel erachtet sie Scheers Darlegung, dass und warum ein "Weiter so wie bisher" in Sachen Energieerzeugung ausgeschlossen ist. Dabei zerlege er die Argumente der Energiekonzerne, die erfolgreich das Bild etabliert haben, sie seien das Rückgrat jeder Industriegesellschaft. Kritisch sieht die Rezensentin nur, dass für Scheer alle Bedenken hintanstehen müssten, wenn es um das große Ziel geht, die Erneuerbaren durchzusetzen. Nichtsdestoweniger lobt sie das Buch, das aufklären und Realität und Möglichkeit neu bewerten will, als einen engagierten Beitrag zur Bildung eines neues Bewusstseins.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2006
Hermann Scheers Plädoyer für erneuerbare Energien hat Rezensent Hansjörg Küster im Ganzen überzeugt. Sowohl der Diagnose des Autors, es sei alles andere als nachhaltig, Rohstoffe zur Energieerzeugung zu verwenden, deren Menge rapide abnimmt und die daher den nachfolgenden Generationen als Basis zum Leben und Überleben nicht mehr zur Verfügung stehen wird, als auch den Vorschlägen zu einer Therapie, allen voran der Forderung nach einer neuen staatlichen Energiepolitik, kann er nur zustimmen. Auch den zehn Maximen, mit denen der Autor sein Buch beendet, schließt sich Küster an. Allerdings möchte er einige Grundsätze anders gewichten. Die Auffassung, es würde vor allem aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht entschieden, wohin die Reise geht, betrachtet Küster mit Skepsis. Er hält dem Autor in diesem Zusammenhang vor, technische Voraussetzungen für die Einführung von neuen Methoden der Energiegewinnung zuwenig zu beachten.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.11.2005
"Hermann Scheer ruft zum Streit. Den wird er mit diesem Buch bekommen", frohlockt Christian Schütze. Dem SPD-Bundestagsabgeordneten und alternativen Nobelpreisträger Scheer, der seit Jahrzehnten für regenerierbare Energien eintritt, bescheinigt er nicht nur Hartnäckigkeit und Leidenschaft, sondern auch "intellektuelle Durchschlagskraft". Scheer sehe einen "Großkonflikt" auf uns zukommen, in dem entschieden werden müsse, ob der fossil-atomare Energiekomplex entmachtet wird. "Außerordentlich materialreich" schildere Scheer die Rahmenbedingungen dieser Richtungsfrage und prophezeit bei einer Unterstützung erneuerbarer Energien einen "Super-Kondratjew", also ein massives Anwachsen der Arbeitsplätze wie nach der Erfindung der Dampfmaschine oder des Benzinmotors, wie es Nikolai Kondratjew in seiner Konjunkturwellenlehre beschreibt. Schütze scheint mit dem Autor konform zu gehen, zumindest referiert er dessen Argumente auf einer ganzen Zeitungsseite.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.09.2005
Mathias Greffrath ist rundum überzeugt von dieser programmatischen Schrift, in der Hermann Scheer akribisch vorrechnet, wie eine Energiewende innerhalb der nächsten fünfzig Jahre machbar wäre. Von der Notwendigkeit eines solchen Umstiegs hat Scheer den Rezensenten schon mit seinen früheren Büchern überzeugt (etwa in "Solare Weltwirtschaft"). Allerdings habe der SPD-Politiker und Träger des Alternativen Nobelpreises seine Thesen noch einmal zugespitzt: Wenn die Energiepolitik nicht eine sofortige und radikale Wende zur erneuerbaren Energie vollziehe, drohe die "Herrschaft eines Öl-Strom-Atom-Wasserstoff-Kartells" - mit den entsprechend unangenehmen Folgen für Mensch und Natur. Befürchtungen, die erneuerbare Energie könne nicht die Bedürfnisse der modernen Gesellschaften befriedigen, sieht Greffrath akribisch widerlegt. Allerdings reicht es dafür nicht, Kohle und Atom durch Wind, Sonne und Biogas zu ersetzen, erläutert Greffrath, es müssten auch die derzeitigen Übertragungsnetze und Großanlagen verabschiedet werden, um zu einer regional ausgerichteten autonomen Energieversorgung zu gelangen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2005
Volle Zustimmung findet Hermann Scheers Buch "Energieautonomie" bei Rezensent Franz Alt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete, Präsident von Eurosolar und Träger des Alternativen Nobelpreises zeige konkret und an vielen Beispielen, dass und wie moderne Industriegesellschaften in den nächsten fünfzig Jahren komplett auf eine erneuerbare Energie- und nachhaltige Ressourcen-Wirtschaft umsteigen können. Alt nutzt die Gelegenheit, um selbst für die Solarenergie zu werben. Eindringlich führt er die katastrophalen Folgen der atomaren und fossilen Energie- und Ressourcenwirtschaft vor Augen, zitiert Klaus Töpfer, der darin ein "Selbstmordprogramm" sieht, und das Pentagon, das das Klimaproblem "zum größten Problem des 21. Jahrhunderts" erklärt hat, und spricht über die ökonomischen Chancen des Solargeschäfts. Er bescheinigt Scheer, im Gegensatz zu seinem Parteifreund Schröder, eine Strategie und visionäres Denken, verbunden mit einer wissenschaftlichen Basis. Als "faszinierend neu" würdigt er den systemischen Ansatz des Autors: unabhängige Verfügbarkeit statt Abhängigkeit, politische Dezentralisierung statt Globalisierung, freie Investitionen statt Investitionskontrolle, Vielfalt statt Marktharmonisierung, ökologische Verantwortung statt Indifferenz. "Dieses Buch", resümiert Alt, "bringt viel neue Energie in die alte Politik."
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