Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen von Cornelia Panzacchi. Abends, wenn die Sonne hinter den Bergen versinkt, lässt sich Koyaga, der große Jäger und Präsident einer fiktiven Golfrepublik, sein Leben erzählen: Als Sohn eines Kriegshelden und einer großen Zauberin hatte Koyaga ideale Voraussetzungen, erster Mann des Staates zu werden und dies unter Einsatz aller Mittel - Mord, Raub, Korruption, Vergewaltigung - zu bleiben. Doch dann kommt die Demokratisierung und Wahlen stehen an - aus dem Lobgesang des Hofpoeten wird unmerklich eine bitterböse Anklage jeglichen Machtmissbrauchs.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.02.2001
Dieser Autor und sein Buch sind hierzulande erst noch zu entdecken, teilt uns Dirk Naguschewski mit. Wenn es nach ihm ginge, käme Kourouma geschwind auf die Shortlist für den Literatur-Nobelpreis. Zwar ist der frankophone Kourouma für diesen Roman in Frankreich mit dem Prix du Livre ausgezeichnet worden, aber das langt dem Rezensenten nicht. "Die Nächte des großen Jägers", bereits im Frühjahr 2000 auf Deutsch erschienen, schreibt er, konnte bisher nur die Schweizer enthusiasmieren. Dies aber lehrt uns zweierlei: Die Schweizer sind die aufmerksameren Leser, und sie haben`s gern bunt. Was Naguschewski nämlich als mögliche Gründe für die Zurückhaltung deutscher Leser anführt - der anspruchsvolle, zur Aufmerksamkeit auffordernde Gehalt und die von ungewohnter Bildlichkeit und "einem farbenfrohen Synkretismus" durchtränkte Sprache des Buches -, scheint dem Eidgenossen recht zu sein.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2000
Hybrid, so das immer wieder auftauchende Stichwort in Heinz Hugs Rezension, sei dieser Roman des afrikanischen Autors. Hybrid in der Verknüpfung von oralem Erzählstil und schriftlicher Form. Hybrid in Bezug auf traditionelle afrikanische Erzählformen (insbesondere das Donsomana, ein Wechselgespräch mit verteilten Rollen) einerseits und der Orientierung an der auch angezielten europäischen Leserschaft andererseits. Der Roman hat dadurch "keine homogene Form", meint Hug, verbindet die Genres des Abenteuerromans, "ritualisierter Texte" und der Reportage - gerade das aber mache ihn zu einem "großartigen" Zwischending: modern und traditionell, magisch und realistisch zugleich (nicht aber im Sinne eines magischen Realismus), politisch und ethnologisch.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.06.2000
Völlig hingerissen ist Uwe Timm von diesem Roman, für den er trotzdem fürchtet, dass er nicht viele Leser finden wird. Denn obwohl er "voller Witz und Phantastik" sei und dabei "spannend" und "informativ", sei hierzulande das Interesse an afrikanischer Literatur gering, bedauert Timm. Der große Reiz dieses Textes geht für ihn von der Fähigkeit des Autors aus, die Konfrontation der traditionellen Lebensform mit der europäischen Zivilisation zu beschreiben, wobei dieser nicht mit "Witz und Ironie" spare. Sehr angetan ist der Rezensent von der besonderen, an orale Erzählformen orientierten Form des Romans, die es in einer Art Frage und Antwort-Spiel erlaube, eine feiernde, lobende Stimme mit einer spottenden zu kommentieren. Als Verdienst rechnet der Rezensent dem Autor an, dass er nicht allein die Kolonialmächte für den Zustand Afrikas verantwortlich mache, sondern auch als teilweise selbstverschuldet verstehe. So sei der Roman auch ein afrikanisches Pendant zum Diktatorenroman lateinamerikanischer Prägung. Ein "ganz und gar ungewöhnliches Buch", schwärmt Timm, und hofft wider besseres Wissen, dass es von einer breiteren Leserschaft wahrgenommen wird. Ein besonderes Lob schenkt Timm noch "der Beharrlichkeit und Ausdauer" des Peter Hammer Verlages, der seit Jahren "unbeirrbar" afrikanische und lateinamerikanische Literatur von großer Qualität publiziere.
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