Die "Ökonomische Analyse des Rechts" stellt den Versuch dar, anhand der Konzepte und Denkweisen der modernen Wirtschaftstheorie zu einem tieferen Verständnis rechtlicher Probleme zu gelangen. Nach Richard A. Posner ist es die Aufgabe des Rechts, den Wettbewerb auf den Märkten zu fördern und dort, wo der Markt wegen zu hoher Transaktionskosten nicht funktioniert, das Ergebnis von Wettbewerbsmärkten zu simulieren. Dadurch würden die wirtschaftliche Effizienz und der Reichtum der Gesellschaft maximiert. Der Jurist und Ökonom Klaus Mathis setzt sich in seiner Arbeit aus rechtsphilosophischer Perspektive mit Posners normativer Begründung des Effizienzparadigmas auseinander. Dieser beruft sich auf Adam Smith und Jeremy Bentham, die er als die Begründer der normativen Ökonomie betrachtet. Von Smith übernimmt er den Glauben an den Markt als ideales Allokationsmodell und von Bentham den ethischen Konsequenzialismus. In Anlehnung an die Vertragstheorie von John Rawls versucht Posner schließlich, das Effizienzziel konsenstheoretisch zu legitimieren. In seiner interdisziplinären Studie zeigt der Autor die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der ökonomischen Rechtsanalyse auf.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2005
Dieses Buch hat, stärker noch als der Titel es andeutet, eine Agenda. Es geht dem Autor Klaus Mathis darum, für die in den USA durch das Wirken des Juristen Richard Posner schon weit vorangekommene "Law and Economics"-Bewegung auch in deutschen Universitäten Boden zu gewinnen. Diese Bewegung will nichts anderes als eine Übertragung ökonomischer Theorie ins Recht. Auf "rational choice"-Prämissen aufruhend, soll dabei auch in der juristischen Theoriebildung der Begriff der "Effizienz" ins Zentrum rücken, da alle Gerechtigkeit ohne ökonomische Effizienz eben nichts sei. Der Rezensent Peter Nobel, Rechtsanwalt und Professor an der Universität von Sankt Gallen, schlägt sich ohne Einschränkungen oder kritische Anmerkungen auf die Seite des Autors und lobt insbesondere die Universität von St. Gallen, die nicht nur viele der von Mathis erhobenen Forderungen in einem Studiengang bereits umgesetzt hat, sondern noch in diesem Jahr eine Tagung zum Thema veranstalten wird.
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