Wer lädt wen zum Dinner ein? Wo plaziert man welchen Gast? Wie sieht das räumliche Ambiente, wie die Einrichtung und wie das Geschirr beim Gastmahl in der römischen High-Society aus? Welche Gaumenkitzel, welche weiteren Sinnenfreuden und sonstigen Erbauungen hält der gute Gastgeber für seine Gäste bereit? All diese und viele weitere Fragen beantwortet Elke Stein-Hölkeskamp in ihrer Kulturgeschichte des römischen Gastmahls.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2005
Wolfgang Schuller gibt zu, dass ihm beim Lesen von Elke Stein-Hölkeskamps Schilderungen des römischen Gastmahls das Wasser im Munde zusammen gelaufen ist. Dies spricht für die anschauliche und überzeugende Darstellung der Autorin, findet er und lobt das Buch, das ein "Spiegelbild der 'Gesellschaft als Ganzes' und ihrer historischen Wandlung" gibt. Besonders fasziniert haben den Rezensenten die beschriebene Entpolitisierung der Gastmähler in der Kaiserzeit und die Rolle der Frauen. Bei denen tun sich bei ihm jedoch noch einige Fragen auf, trotz der "kompetenten und inhaltsreichen Darstellung". Doch seine Begeisterung über dieses Buch schmälert das kaum.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.09.2005
Albert von Schirnding applaudiert Elke Stein-Hölkeskamp zu ihrer Kulturgeschichte des convivium, des römischen Gastmahls, auch wenn er sich zunächst ein wenig über die Methodenkritik der Autorin an bereits vorliegenden Arbeiten pikiert: Kritische Lektüre ist ja okay, aber letztlich müsse auch sie mit den gleichen Quellen vorlieb nehmen, um sich "Zugänge zur realen Lebenswelt" zu verschaffen. Und das ist, so Schirnding, sowohl möglich als auch wünschenswert und wird in der vorliegenden Studie mit Bravour praktiziert. Stein-Hölkeskamp gelinge es, "die Bankette der römischen Aristokraten in den Zusammenhang der spezifisch römischen Mentalitäten, Wertsysteme und Verhaltenscodes zu stellen und sie dabei in den historischen Veränderungsprozess einzuordnen". Zum Beispiel, erläutert der Rezensent, zeichnet sich im Blick auf die Repräsentation des Gastmahls ab, wie sich die römische Aristokratie von einer ausschließlich politischen Elite in eine Schicht von gesellschaftlich einflussreichen Privatleuten wandelte. Dem Gastmahl selber aber behielt seine Rolle: das ritualisierte Ereignis, "wo das private und das öffentliche Leben der Aristokraten zusammentrafen".
Viel über die antike Politik und Kultur hat Elke Stein-Hölkeskamps Buch über römische Gastmähler dem Rezensenten Gerhard Neumann verraten. Die Autorin und Althistorikerin widmet sich in erster Linie den Banketten der römischen Aristokraten, die zwischen der Zeit Ciceros und der des jüngeren Plinius lebten. Auf "drei Ebenen" zeigt sie zunächst die Funktionen des Gastmahls, geht dann auf literarische Darstellungen ein, um schließlich "mit eminenter Sach- und Quellenkenntnis die materialen Bedingungen" des Gastmahls zu erläutern. Besonders fasziniert zeigt sich der Kritiker von Stein-Hölkeskamps Art, das größte "Dilemma kulturhistorischer Argumentation" - nämlich den Mangel an "materialen Quellen als Korrektiv der literarischen - zu lösen. Mit "großer Umsicht" gleiche sie "Fiktion und Faktisches" gegeneinander ab. Das Buch weist nach Ansicht des Rezensenten jedoch noch ein weiteres Plus auf: Es ist bei aller "profunder" Wissenschaftlichkeit "gut und spannend" zu lesen und eröffnet dem Leser zudem zahlreiche "unbekannte Einsichten".
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