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Klappentext
Das Verhältnis zwischen jüdischer Bevölkerung und Römischem Reich war seit der Eroberung Judäas 62 vor Christus sehr angespannt. Die Konflikte mündeten schließlich in die Katastrophe der großen jüdischen Aufstände, beginnend mit dem Jüdischen Krieg bis zum Bar-Kochba-Aufstand. Baltrusch untersucht die historischen Grundlagen des jüdisch-römischen Verhältnisses. Die Beziehungen des jüdischen Gemeinwesens zu den früheren Machthabern, den orientalischen und hellenistischen Staaten, werden dabei als "Vorgeschichte" berücksichtigt. Die Herausbildung und Entwicklung der jüdischen Religion erweist sich als ein eminent politisches Phänomen. Juden im Römischen Reich - mit Blick auf die historische Entwicklung wird hier die Frage nach den Möglichkeiten jüdischen Lebens unter einer Fremdherrschaft gestellt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.04.2002
Ernst Baltrusch erblickt die Ursache der konfliktreichen Geschichte zwischen Römern und Juden in deren unterschiedlichen Religionsverständnis, erklärt Rezensent Stefan Rebenich. Demnach eröffnete die jüdische Religion seit frühester Zeit ihren Anhängern die Möglichkeit, in Zeiten der Fremdherrschaft "Autonomie und Selbstbestimmung" zu wahren - ein für die Römer inakzeptabler politischer, ja geradezu subversiver Charakterzug der jüdischen Religion. Der Rezensent hebt hervor, dass Baltrusch nicht, wie der Titel des Buches nahe legt, die Geschichte der jüdisch-römischen Beziehungen geschrieben hat, sondern die Geschichte der Juden unter den Bedingungen der Fremdherrschaft vom achten bis ins erste Jahrhundert vor Christus. Gegen Baltruschs These vom unterschiedlichen Religionsverhältnis als alleiniger Ursache des Konflikts wendet der Rezensent ein, dass sie die Bedeutung außerreligiöser Faktoren unterschätzt und die Heterogenität religiös-politischer Bewegungen im antiken Judentum vernachlässigt. Trotz dieser Einseitigkeit bleibt es aber nach Ansicht des Rezensenten Baltruschs Verdienst, in einer "klar strukturierten und gut lesbaren" Studie "wichtige Etappen der Entwicklung des antiken Judentums vor dem Hintergrund der damaligen 'Weltpolitik' geschildert zu haben". Seine Interpretationen römisch-jüdischer Verträge lobt der Rezensent als "Musterbeispiel althistorischer Quellenexegese", den Anmerkungsteil des Buches als "Fundgrube für einschlägige antike Quellen, die das Thema illustrieren". Ob Baltruschs These eines primär religiös motivierten Konfliktes zwischen den Juden und dem Römischen Reich in der Forschungsdiskussion Bestand haben wird, bleibt nach Ansicht des Rezensenten allerdings abzuwarten.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.03.2002
Lang ist's her, seit sich ein deutscher Althistoriker an so ein zentrales historisches Thema gemacht hat. Karl Christ ist sichtlich erfreut darüber, wenn er auch erst einmal klarstellen muss, dass der Band nicht, "wie sein Titel nahe legen könnte", die Erschütterungen des Imperiums durch das Judentum behandelt, sondern das jüdische Gemeinwesen unter Fremdherrschaften. "Ausführlich" dargestellt und "minutiös" interpretiert werden u.a. die diplomatischen Beziehungen zwischen Rom und Jerusalem im 2. Jahrhundert v. Chr. Dem Rezensenten offenbart sich dadurch nicht zuletzt die Unvereinbarkeit römischer und jüdischer Religionsvorstellungen. Den im Buch mit "hohem didaktischen Geschick und besonnenem Urteil" geführten Nachweis, dass diese in den römisch-jüdischen Beziehungen nicht früh genug erkannt wurde, hält Christ für ein Ergebnis von Rang, zumal ihn die Quellen- und Literaturkenntnisse des Autors vollkommen überzeugt haben. Eine rundum lobenswerte Ursachenforschung, findet Christ, die Beachtung verdient.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2002
In seiner Studie "Die Juden und Römische Reich" versucht Ernst Baltrusch die wahren Ursachen des Konflikts zwischen Juden und Römern ausfindig zu machen. Der Rezensent Werner Eck referiert zunächst in breiter Ausführlichkeit den dargestellten Konflikt, um schließlich zu einigen Bemerkungen anzusetzen. Nach Ansicht des Rezensenten zeichnet Baltrusch von diesem Konflikt das Bild einer "determinierten Entwicklung, der die Kontrahenten kaum entgehen konnten". Damit ist Eck ganz und gar nicht einverstanden. "Zu logisch konstruiert" und "zu apodiktisch vorgetragen" findet er Baltruschs Darstellung, als dass sie in ihrer Einfachheit überzeugen könnte. Allerdings hält er dem Autor zu Gute, dass er mit seinem Buch wichtige und berechtigte Fragen formuliert, und diese in einem übergreifenden historischen Kontext verortet. Die Frage allerdings um die es laut Titel eigentlich ging, die Frage, warum es zu einer konfliktreichen Geschichte zwischen Juden und Römern kam, findet der Autor hier nicht wirklich "umfassend" beantwortet.
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