Gustav A. Horn

Die deutsche Krankheit - Sparwut und Sozialabbau

Thesen gegen eine verfehlte Wirtschaftspolitik
Cover: Die deutsche Krankheit - Sparwut und Sozialabbau
Carl Hanser Verlag, München 2005
ISBN 9783446229198
Gebunden, 197 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Mit den immer gleichen Rezepten versuchen Politiker und Ökonomen seit Jahren den Aufschwung herbeizuzaubern: Kündigungsschutz lockern - Löhne runter - Sparen auf Teufel komm raus. Dass diese Rezepte nicht funktionieren, stört sie nicht. Doch was haben uns die harten Sparmaßnahmen und die Einschnitte ins soziale Netz gebracht? Ein wirklich kraftvolles Wirtschaftswachstum jedenfalls nicht. Der Konjunkturexperte Gustav A. Horn bezieht mutig Position gegen die herrschende Meinung und fordert zum Umsteuern auf: weg von einer verfehlten und antisozialen Sparpolitik, hin zu einer Geld- und Konjunkturpolitik mit Augenmaß, die echte Wachstumsimpulse geben kann und zu dauerhaft mehr Beschäftigung führt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2005

Nicht überzeugt zeigt sich Rezensent Patrick Welter von diesem Buch des Volkswirts Gustav A. Horn, den er wie den Politiker Oskar Lafontaine zu der in Deutschland zunehmend raren Spezies der Nachfragetheoretiker zählt. Dabei hält er dem Autor zugute, sich um eine nüchtern-sachliche Analyse zu bemühen und auf die Polemik und Überheblichkeit eines Lafontaine zu verzichten. Das ändert jedoch nichts daran, dass Welter seine Analyse als falsch beurteilt. So erklärt er, dass der von Horn beschworene Unterschied zwischen Angebots- und Nachfragetheoretikern in der von ihm behaupteten Klarheit nicht mehr existiert. Er hebt hervor, dass keiner der von Horn gescholtenen Angebotstheoretiker bestreiten würde, dass Deutschland ein Nachfrageproblem hat und dass die Konsumflaute Kern der wirtschaftlichen Stagnation ist. Umstritten sei aber, wie dieses Nachfrageproblem zu lösen sei. Ein Ende der Lohnzurückhaltung zur Steigerung der heimischen Kaufkraft, wie Horn es will, hält Welter für falsch, sieht er doch dadurch weitere Arbeitsplätze in Gefahr. Insgesamt sieht er in Horns Darstellung ein "Zerrbild der wirtschaftspolitischen Diskussion".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.04.2005

Die deutsche Krankheit des Titels benennt der Untertitel präzise als Anti-Keynesianismus: "Sparwut und Sozialabbau". Woran es fehlt, so der Gewerkschafts-Ökonom Gustav A. Horn, seien nicht weitere Einschränkungen beim Einkommen, sondern im Gegenteil. Die gegenwärtige Situation bedürfe einer nachfrageorientierten Politik, mehr Geld müsse in die Taschen der Bürger gelangen, auf dass sie erstens optimistischer werden und zweitens, auch deshalb, mehr konsumieren. Gelingen kann das, darauf weist die Rezensentin Barbara Dribbusch nachdrücklich hin, nur durch Inkaufnahme höherer Staatsverschuldung. Recht glücklich ist sie damit offenkundig nicht. Jedenfalls wünscht sie sich, dass einmal einer eine Studie anstelle zu Situationen, die mit der Deutschlands vergleichbar waren. Interessant wäre es, so Dribbusch, zu erfahren, "wie sich eine Sparpolitik und eine Verschuldungspolitik" unter diesen Umständen ausgewirkt haben.

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