Gelesen von Jürgen Thormann. Musik: Ralf Kothe "...den Wolken nah...". 52 Seiten (Booklet). Das Reisevorhaben war wahnwitzig und sorgte auch in der Presse für Aufsehen: 1890/91 geht der englische Gentleman Henry M. Doughty mit seiner Familie auf eine ungewöhnliche Segeltour. Mit seinem Schiff Gypsy startet er in Groningen, durchquert Ostfriesland, kommt über die Elbe und Lauenburg zur Mecklenburgischen Seenplatte und gelangt schließlich bis nach Sachsen. Knorrige Schleusenwärter leiten ihn in die Irre, im mecklenburgischen Seengebiet verliert er die Orientierung, die deutsche Ordnungshörigkeit treibt ihn zur Verzweiflung. Äußerst fasziniert aber zeigt sich der Engländer von der Naturvielfalt Norddeutschlands. Er entdeckt Dörfer und Städte, in denen die Zeit stillgeblieben zu sein scheint. Und Doughty lernt zu improvisieren - allein die tägliche Teatime bleibt ihm heilig.
Rolf Michaelis weist in einer kurzen Rezension auf drei Hörkassetten mit Reiseerzählungen hin, die im Audio Verlag erschienen sind. Leider sagt Michaelis kein Wort zu den Sprechern und auch die Musik, mit der die Erzählungen unterlegt sind, ist ihm keine Bemerkung wert:
1) "Mit Ludwig T. Kosegarten nach Rügen"
Kosegarten kam 1792 als Pfarrer auf die Insel Rügen. Neben Naturbeschreibungen erzählt Kosegarten auch vom Alltag der Inselbewohner und ihrer Ausbeutung durch die französischen Besatzer, denen sie `Bouillon, Wein und Kaffee` liefern sollten. Eine "schöne Entdeckung für alle Rügen-Reisenden", meint der Rezensent.
2) "Mit Henry M. Doughty durch Friesland und Mecklenburg"
Die Beschreibungen des Briten Doughty aus dem wilhelminischen Deutschland scheinen Michaelis ziemlich amüsiert zu haben. Besonders beeindruckt hat ihn jedoch, dass Doughty mit seinen Töchtern und einem Butler durch Deutschland reiste - die einzige Gewähr für pünktlich servierten Five o`Clock Tea.
3) Mit Herman Melville in die Südsee"
Melvilles Bericht über das "paradiesische Leben" auf der polynesischen Insel Nuku Hiva lese sich wie ein "Bericht aus dem Garten Eden: eitel Freude und allerbeste Laune", schreibt Michaelis, der offenbar vergessen hat, dass er hier eine Kassette bespricht.
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