Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Reichtum ist schon lange nichts Exklusives mehr. Krethi und Plethi sind heutzutage reich. Als Verarmender hingegen gehört man einer Avantgarde an - schließlich werden wir alle, wirklich alle, bald, und nicht in irgendeiner fernen Zukunft, deutlich ärmer sein als jetzt. Doch die Kunst des stilvollen Verarmens will gelernt sein. Es gibt ein paar Geheimnisse, wie man reich wird, ohne dafür einen einzigen Heller zu benötigen. Etliche davon werden in diesem Buch verraten.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2005
Wenn schon die Lektüre - "um den Begriff 'banal' zu vermeiden" - nicht so weltbewegend war - Klaus Ungerer hat zumindest einen großen Spaß gehabt, die hochherrschaftlichen Diagnosen und den adeligen Tonfall des "weltgewandten Märchenonkels" Alexander von Schönburg aufzuspießen: "Wir lesen von der belagerten Stadt, die in höchster Hungersnot ihre letzten Vorräte über die Mauern wirft, um die Belagerer zu entmutigen." Gucci und Bose kommen für den edlen Herren von heute, der sich als Freiberufler verdingen muss, nicht mehr in Frage. Auf seinen Wanderungen durch die Niederungen bürgerlicher Existenz begegnet ihm so manches Zeichen des Bösen - all die stumpfen Kleinbürger! -, doch auch die Erleuchtung, worauf es ankommt im Leben. Im stilvollen Leben. Also: Wer erfahren will, dass Reichtum nicht alles ist und Muße die Menschheit rettet, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen! Denn: "Hier kann der Stilwillige teilhaben an einer hoch aufragenden Geisteshaltung vom Scheitel bis zum Kinn, an einer exklusiven Bildung des Herzens und vielen wohligen Wandersagen aus der Requisite unserer abendländischen Kultur", verspricht unser Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.04.2005
Ursula März hat drei Bücher gelesen, die sich mit Aspekten von Armut und Reichtum, von Wohlstand und Verwahrlosung beschäftigen. Alexander von Schönburgs Leitfaden, wie man mit wenigen Mitteln dennoch angenehm lebt, bescheinigt die irritierte Rezensentin mitunter "schuhausziehende gedankliche Bescheidenheit". Seine "Tipps zum Konsumverzicht" sind so richtig wie die Weisheiten aus Kindermund, nur möchte die Rezensentin so etwas von einem "Mittdreißiger" eigentlich nicht lesen. Dennoch, so die Rezensentin, macht der Verkaufserfolg des Buches deutlich, das es einen "Nerv trifft", indem es an das "Unbehagen" rührt, das entsteht, wenn das Leben nur noch durch die es finanzierenden Geldmengen Wert erhält.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2005
Einigermaßen belustigt berichtet der mit "rox" zeichnende Rezensent von Alexander von Schönburgs Leitfaden "Die Kunst des stilvollen Verarmens". Darin lege von Schönburg, einst Redakteur der im Zuge der Zeitungskrise wegrationalisierten Berlin-Seiten der FAZ und nun selbsternannter Spezialist in Sachen sozialer Abstieg, dem Leser seine Erkenntnis ans Herz, dass das Glück ein "Luxus" sei, der in jedermanns finanzieller Reichweite liege, der also nicht nur recht, sondern auch billig sei. "Geradezu kumpelhaft" und "heiter" erläutere er, wie man das Verarmen zur Kunst erheben kann. Dabei hangele sich von Schönburg von einem Gemeinplatz zum nächsten, preise die Bekömmlichkeit von Bier im Vergleich zu Champagner und die frische Luft der Parks im Vergleich zu kostspieligen und meist ungenutzten Abonnements im Fitnesscenter. So weit, so gut. Einziger Wermutstropfen im stivollen Armenbier, wie der Rezensent leicht spöttisch bemerkt, ist der recht ansehnliche Preis dieses Leitfadens, was dann doch nicht ganz stilecht erscheinen will.
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