Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
MIt einer CD, gelesen vom Autor. Mit Fotos von Kurt Kaindl. Ob die "Osterweiterung" der Europäischen Union nicht zutreffend als "Westerweiterung" zu bezeichnen wäre, sei dahingestellt. Ein epochales Ereignis war es jedenfalls, als im Mai 2004 zehn mittel- und südosteuropäische Staaten der Union beigetreten sind. In diesem geschichtsträchtigen Frühjahr ist Karl-Markus Gauß, der literarische Kartograf des anderen, des unbekannten Europa, zu einer langen europäischen Reise aufgebrochen. Von Estland bis nach Malta, von Litauen bis nach Slowenien, von der östlichsten bis zur südlichsten Stadt der erweiterten Union ist er im Auftrag einer großen Zeitung gefahren. Er hat sich nicht mit den offiziellen Repräsentanten der Staaten, mit den Sprechern von Konzernen und Regierungen getroffen, sondern seinen eigenen Weg durch Länder gesucht, von denen wir nur wenig wissen und mit denen wir jetzt doch in einer gemeinsamen Union verbunden sind. Mit melancholischem Witz fängt Gauß in zehn Reisebildern aus den zehn Beitrittsländern ein, was Daten und Statistiken nicht vermitteln können: die widersprüchliche Wirklichkeit des neuen, alten Europa. Ob in abgelegenen Dörfern oder in den herausgeputzten Hauptstädten, überall begegnet er kauzigen, charmanten, empörten Menschen, die ihm von ihren Hoffnungen und Enttäuschungen berichten: In den "Wirtshausgesprächen in der Erweiterungszone" erzählt Gauß von ihrem und unserem Europa.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2005
Vom österreichischen "Standard" beauftragt hat Karl-Markus Gauß im Frühjahr und Herbst 2004 die neuen EU-Mitgliedstaaten bereist und seine dort geführten "Wirtshausgespräche" in zehn Reportagen aufgezeichnet, informiert Ilma Rakusa. Diese liegen jetzt in Buchform vor, auf knapp 90 Seiten, angereichert mit Fotografien und ergänzt um eine CD, über deren Inhalt die Rezensentin uns jedoch leider nicht aufklärt. Gauß' Berichte von der europäischen Peripherie haben sie jedoch schwer begeistert. Auf sachliche, neutrale, vorurteilsfreie und mitunter "lakonische" Weise gebe er seine Eindrücke wieder und porträtiere unterschiedlichste Menschen: ambitionierte slowakische Studenten ("die Zukunft Europas") ebenso wie "ausgemergelte Desperados, heimatlose Melancholiker oder unbeirrte Tito-Anhänger". Ein im Westen eher unbekanntes Terrain finde sich hier in "'Momentaufnahmen'" abgebildet, welche sowohl Aufbruchstimmung als auch "schmerzliche Widersprüche" durchscheinen ließen, in jedem Fall aber die Neugierde der Rezensentin zu wecken vermochten. Hilfreich findet Rakusa schließlich auch die eingestreuten landeskundlichen und regionalhistorischen Exkurse.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.03.2005
Recht angetan zeigt sich Michael Thumann von den "schönen Reportageminiaturen" und den "herrlichen Schwarz-Weiß-Fotos", mit denen Karl-Markus Gauß dem westeuropäischen Leser die fremde Welt in der Erweiterungszone Ost näher bringt, die vielen hierzulande vor allem als Bedrohung erscheint. "Politiker starren auf die Industriebetriebe, die nach Osten ziehen, Bürger auf die billigen Arbeitskräfte, die von dort kommen", umschreibt Thumann die Lage. Dass sich Gauß für solche Nullsummenrechnungen überhaupt nicht interessiert, macht sein Buch für Thumann "so erfrischend". Zumal Gauß den Westeuropäern in ihrer Verarmungsangst zeigt, warum Brüssels Europa durch die Erweiterungszone so viel reicher geworden ist. Thumann schildert Gauß' Besuch des riesigen Markes in Riga, wo sich 100.000 Menschen drängeln und in mehren Sprachen über tausenderlei Armseligkeiten verhandeln. Er berichtet über Skurrilitäten und ausgefallene Sehenswürdigkeiten, auf die Gauß während seiner Reise gestoßen ist - etwa das "Dorf der vierzig Tartaren", in dem auch Muslime Schnaps trinken.
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