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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Anna Gavalda

Zusammen ist man weniger allein

Roman

Cover: Zusammen ist man weniger allein

Carl Hanser Verlag, München 2005
ISBN-10 3446206124
ISBN-13 9783446206120
Gebunden, 550 Seiten, 24,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Ina Kronenberg. Eine verrückte Wohngemeinschaft am Fuß de Eiffelturms. Vier Personen suchen ein Zuhause. Vier grundverschiedene Menschen - Camille (26), Philibert (36), Franck (34) und Paulette (83) - wagen einen Neubeginn. Mit Charme und Witz erzählt Anna Gavalda eine Liebesgeschichte, die an "Die fabelhafte Welt der Amelie" erinnert. Ihr Roman beschreibt, sagt sie, den umgekehrten Domino-Effekt: wie einer den anderen aufrichtet und aus dem Schlamassel zieht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.06.2005

Die Chance, als Heilmittel für Misanthropen durchzugehen, verspielt der Roman leider, wie Kristina Maidt-Zinke findet. Die Rezensentin scheint noch immer damit beschäftigt, sich von der Klebrigkeit dieser Geschichte um das Miteinander am Rand der Gesellschaft zu erholen, die sie lieber als Film gesehen hätte. Möglich, dass ihr die vielen pathosprallen Dialoge auf die Weise weniger auf die Nerven gefallen wären. Mutmaßt die Rezensentin und deutet auch die "szenische Anlage" des Ganzen sowie die Gelassenheit der Autorin Anna Gavalda im Umgang mit der Sprache in dieser Richtung. "Die fabelhafte Amelie" war schließlich auch ganz reizend.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2005

Ingeborg Harms bespricht Anna Gavaldas Roman recht freundlich, dem sie einen "Lesesog" und auch ein Anliegen attestiert, das für sie auf die Wiederbelebung sozialer Kompetenzen, auf Mitgefühl, auf die Politik der zivilen Einmischung hinausläuft. Für die gute Sache nimmt Gavalda allerdings auch eine manchmal recht floskelhafte Sprache in Kauf, findet Harms, wie sie überhaupt vermutet, dass die Autorin der Sprache insgesamt, ihren Zwischentönen, nicht allzu sehr vertraut. Um so mehr verstünde sich Gavalda auf die Kunst der mündlichen Rede. Wichtige Informationen würden über die Dialoge vermittelt, ohne dass diese ihren "frischen" Ton einbüßen. Mit ihren Protagonisten - allesamt eigentlich Verlierertypen - verfahre die Autorin mit entsprechender "Güte" und Ironie. Im Grunde hat der Roman eine "märchenhafte Gesamtanlage", schreibt Harms, weil vier vom Leben gebeutelte Menschen nach zahlreichen Hindernissen - in deren Überwindung der Reiz der Erzählung begründet liege - glücklich ins Ziel gelangen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2005

Die Pressemaschinerien des französischen und des deutschen Verlages waren eifrig in Betrieb und haben Journalisten mit Lesexemplaren und umfangreichen Pressematerial ausgestattet, auf dass diese nachhaltig beeindruckt von der positiven Resonanz in Frankreich ehrfürchtig in die Knie gehen. Barbara Villiger Heilig lässt sich nicht so schnell beeindrucken: für sie ist Anna Gavaldas neuer Roman ein "kulinarisches Lightprodukt", das trotz seiner Seitenzahl eher dünn ist und nicht mal eine Grippe lang halten dürfte. Bislang, erinnert die Rezensentin, war Gavalda tatsächlich mit eher lakonisch verknappten Skizzen - einem Roman und einem Erzählungsband - in Erscheinung getreten. Der neue Roman hat formal etwas von einem Drehbuch, meint Villiger Heilig, inhaltlich laufe er auf ein modernes Märchen mit psychosozialem und bildungsbürgerlichen Ballast heraus, ein Rührstück, das es mit allen gut meint. Jung und alt, Paris-Freaks, Kinofans, Bildungsbürger, alle werden von Gavalda bestens bedient - und das so prompt und nett und berechenbar -, dass bei Villiger Heilig die Langeweile Einzug gehalten hat, um nicht zu sagen auch: Verärgerung. Genau so hat man sich die senegalesische Großfamilie in Paris nämlich vorgestellt, schimpft die Rezesentin, und auch Gavaldas Ausflüge in die Pariser Gastronomie und Hightech-Küchen können sie nicht beeindrucken: "kokette Genrebilder", sagt Villiger Heilig und will nicht mehr als einen gewissen Fleiß der Autorin anerkennen.

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