Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jan Assmann

Ägyptische Geheimnisse

Cover: Ägyptische Geheimnisse

Wilhelm Fink Verlag, München 2004
ISBN-10 3770536878
ISBN-13 9783770536870
Gebunden, 253 Seiten, 28,00 EUR

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Klappentext

"Tief ist der Brunnen der Vergangenheit". Wenn irgendwo, dann trifft dieser Satz Thomas Manns auf die altägyptische Religion zu, deren Ursprünge in der Steinzeit liegen. Die Pyramidentexte aus dem 3. Jahrtausend bilden das älteste religiöse Textkorpus der Menschheitsgeschichte. Viele dieser Texte aber waren bis in die römische Kaiserzeit in Gebrauch, so dass noch das Abendland in seinen griechischen und lateinischen Anfängen in diese Brunnentiefe blicken konnte. Herodot meinte, dass die griechischen Götter aus Ägypten stammten. Auch die biblische Überlieferung lässt Israel aus Ägypten hervorgehen, aber nicht im Sinne des Ursprungs, sondern der Konversion. Aus Ägypten musste ausgezogen werden, um in den Monotheismus einzuziehen. Im Unterschied zur biblischen Offenbarungsreligion lässt sich die ägyptische Religion als eine "Geheimnisreligion" bezeichnen. Das Geheimnis gilt hier als der Inbegriff des Heiligen und das Heilige als Inbegriff des Geheimnisvollen. Die Aufsätze dieses Bandes sind aus jahrzehntelangen Forschungen erwachsen und wollen die ägyptische Welt in Nahaufnahmen sichtbar werden lassen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.02.2005

Jan Assmann hat die konservative Ägyptologen-Zunft aufgemischt, weckt Stefan Zweifel unser Interesse für den "Neudenker" Assmann, der mit theoretischer Schützenhilfe von Seiten Jacques Derridas oder Maurice Halbwachs die "Sinngeschichte" Ägyptens neu aufgerollt und in heutige Zeit überführt haben muss. Sein neuestes Werk befasst sich mit dem Osiris-Mythos, der uns als einer der Urmythen bekannt ist. Das eigentlich Aufregende an Assmanns Thesen, erklärt Zweifel seine Begeisterung, sei weniger die Interpretation der Osiris-Geschichte als vielmehr Assmanns kühne Behauptung, es gebe gar keinen Urmythos. Mit anderen Worten: Assmann stellt eine neue Theorie des Mythos auf, in der Logos und Mythos nicht wie in der griechischen Welt ein Gegensatzpaar bilden. Das lineare Erzählen, das den Mythos dramatisiert oder zu einem epischen Stoff macht, sei dem ägyptischen Denken völlig fremd, referiert Zweifel Assmanns Position, das "Götterwissen" sei bei den Ägyptern zusammenhanglos in ritualisierten Handlungen aufgetaucht und wiederholt worden. Erst nachträglich seien die entleerten Rituale mit Sinn überzogen worden. Insofern stellten die ägyptischen Mythen keine "uranfänglichen Geheimnisse" dar, sondern seien nachträglich erfundene Märchen. Eine kopernikanische Wende, meint Zweifel.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren