Mit Fotografien von Burkhard Peter und einem Vorwort von Klaus Schütz. Man könnte meinen, über das Thema Ost-West sei schon alles gesagt. Doch meist betrifft die Reflexion die Verhältnisse und Veränderungen in den Neuen Ländern. Viel zu wenig geht der Blick in das alte West-Berlin und seine Insulaner, vor allem zu der Generation, die in einer scheinbaren Normalität mit der Mauer aufwuchs und vom Mauerfall mehr als überrascht wurde. Diese Zwischengeneration befindet sich in einer schwierigen Situation. Viele Verhaltens- und Denkweisen, die ihr in der Insel-Stadt noch selbstverständlich waren, erscheinen heute absurd und aus einer längst vergangenen Epoche des Kalten Krieges. Doch ist immer wieder festzustellen, dass sich die Verhaltensweisen der Mauerzeit offenbar mehr in den West-Berlinern festgesetzt haben, als sie zugeben wollen und können. Das Buch zeigt die Schwächen der Bewohner und Bewohnerinnen des ehemaligen »freien« Berlins auf und deutet auf die Stellen, an denen es noch heute gnadenlos aufblitzt. Mit Selbstironie und Wärme wird eine Liebeserklärung an die sonderbare »Generation West« geschaffen. Von S-Bahn-Boykott bis Passierscheinstelle, von Pfingstfrühkonzert bis Magnetschwebebahn ist die Wiedererkennung garantiert. Eine Serie von zwanzig Schwarz-Weiß-Fotografien des Fotografen Burkhard Peter zeigen ungewohnte Ansichten West-Berlins.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2005
Als "enttäuschend medioker" beurteilt Johan Schloemann ungnädig den Foto-Band "Insel der Glücklichen", der das Ausgefranste und Melancholische des alten West-Berlin einzufangen sucht. Fast scheint es dem Rezensenten, als wollten die Autorin Kerstin Schilling und der Fotograf Burkhard Peter der Piefigkeit der Frontstadt nicht nur mit dem Abgebildeten, sondern auch noch mit der Art und Weise der Abbildung nachspüren. Zwar vermittelten die Schwarzweißbilder das Stille, Nicht-Grandiose der Welt zwischen Dreilinden und Tegeler Strandpromenade, sie blieben jedoch an Eindringlichkeit hinter vielen Berlin-Bildbänden zurück. Auch Schillings Text kann Schloemann nicht überzeugen. Auch wenn ihr hier und da "hübsche Beobachtungen" zu den einschlägigen Erinnerungsorten wie "Entlastungsstraße", "Passierscheinstelle" oder "Avus" gelingen, findet Schloemann die Darstellung im Ganzen "brav plätschernd, ohne Witz und Schnauze, von schaler Harmlosigkeit auch dort, wo sie ironisch sein will".
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…