Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ibn Warraq

Warum ich kein Muslim bin

Cover: Warum ich kein Muslim bin

Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2004
ISBN-10 388221838X
ISBN-13 9783882218381
Gebunden, 522 Seiten, 28,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Abu Al-Adjnabi. Ibn Warraq unterzieht die dogmatischen Grundlagen des Islam einer kompromisslosen und kritischen Durchsicht. Er prüft, ob der Islam dem "Anprall westlichen wissenschaftlichen Denkens" standhalten kann. Der Titel, der in Anlehnung an Bertrand Russells berühmten Essay "Warum ich kein Christ bin" gewählt ist, verdeutlicht seinen Anspruch, die Tradition der Religions- und Textkritik für die jüngste der monotheistischen Weltreligionen weiterzuschreiben. Wo liegen die historischen Ursprünge des Islam? Wie gesichert sind die Kenntnisse über Muhammeds Leben und inwiefern eignet es sich als Vorbild für eine Imitatio Muhammadi? Ist der Koran tatsächlich das Wort Gottes - von Allah diktiert, nicht vom Menschen redigiert - und was sagt er genau? Wie steht es um die Willensfreiheit und die Eigenverantwortung des Individuums? Lässt der Islam eine Trennung von Staat und Kirche zu und ist er somit kompatibel mit modernen Demokratie- und Menschenrechtskonzeptionen?

Rezension Perlentaucher

Es ist das wichtigste Buch zum Thema "Islam". Jeder sollte es gelesen haben. Es ist 1995 auf Englisch erschienen und liegt seit 2004 auch auf Deutsch vor: "Warum ich kein Muslim bin" von Ibn Warraq. Der Autor wurde 1946 in Indien geboren,wuchs in Pakistan auf und lebt heute oder lebte doch, als er dieses Buch schrieb, in London. Wer mehr über ihn wissen will, muss sich anstrengen, denn mehr scheint der Autor nicht über sich verraten zu wollen. Er ist, wie der Titel seines Buches verrät, kein Muslim, er glaubt an keinen Gott. Er hält Religion für einen gefährlichen und nun gar monotheistische Religionen für einen mörderischen Mumpitz. Er ist kein Gelehrter und kein Buchautor. 2003 ist von ihm bei "Prometheus Books" eine Anthologie erschienen, in der Muslime erzählen, wie sie vom Glauben abkamen: "Leaving Islam". Es ist nur auf Englisch zu haben. Ein Interview mit Ibn Warraq findet der interessierte Leser in der Islam Review, seinen Kommentar zum Anschlag auf das World Trade Center beim Institute for the Secularisation of Islamic Society. "Warum ich kein Muslim bin" ist ein Pamphlet, ein Frontalangriff auf die zentralen Glaubensgüter des Islam. Und eine Begründung, warum das nötig ist...
Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.08.2005

Beeindruckt zeigt sich Rezensent Robert Misik von Ibn Warraqs Abrechnung mit dem Islam, die nun unter dem Titel "Warum ich kein Muslim bin" in deutscher Übersetzung vorliegt. Er sieht darin nicht nur ein "gelehrtes" und "erstaunliches" Buch, sondern geradezu einen "Wutanfall". Von derzeit auf den Markt erhältlichen antimuslimischen Pamphleten unterscheidet sich Warraqs Werk für Misik auf "dramatische und sensationelle Weise", handelt es sich doch um das Buchs eines Muslims, das viel von der Maßlosigkeit, der Unduldsamkeit habe, die dem Häretiker oft eigen sei. Der Autor, der sich nach einem Aufklärer der muslimischen Frühzeit Ibn Warraq nennt, bestehe mit guten Grund auf seiner Anonymität. Das Buch hätte ihm mit Sicherheit eine Fatwa eingetragen, Todesurteil inklusive, meint Misik, schließlich betreibe Warraq auf 500 Seiten mit mehr als 700 Fußnoten "fundamentale Religionskritik". Er zeige nicht nur, dass der Koran nicht das Wort Gottes sein könne, sondern auch, worauf die Lehren und Forderungen des Islams in der Praxis hinausliefen: auf Knechtung, Mord, Gräueltaten, weswegen der Islam mit Demokratie und Menschenrechten nicht zu vereinbaren sei. Zwar räumt Misik ein, dass Bedächtigkeit und Nachdenklichkeit nicht gerade zu Warraqs Stärken gehören. Andererseits aber findet er die "markanten Thesen" überzeugend belegt. Und so kommt Misik zu dem Schluss: "Ein ganz wichtiges Buch. Man muss Ibn Warraqs Schlussfolgerungen nicht allesamt teilen. Aber man sollte sie gelesen haben."

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