Wer kennt sie nicht, die imposanten Buddha-Statuen in den asiatischen Urlaubsländern? Oder den Anblick rotgekleideter buddhistischer Mönche in Tibet? Wer aber war dieser Buddha, der namensgebend wurde für eine ganze Weltreligion? Karen Armstrong geht in ihrer Biografie sowohl der religiösen Ikone als auch dem Menschen Buddha, der als Siddhattha Gautama 560 v. Chr. als Sohn einer wohlhabenden Familie im indischen Kapilawatthu geboren wurde, auf den Grund. Sie schildert seine Suche nach jener tieferen Wahrheit, von der er glaubte, dass sie die Menschheit vollständig verändern und jedem einzelnen ermöglichen würde, im Frieden mit sich selbst zu leben. Und gibt Aufschluss darüber, welche besondere Relevanz seine Lehren in der heutigen krisengeschüttelten Zeit haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2005
Eine Buddha-Biografie erscheint Rezensent Axel Michaels weder möglich, noch nötig. Nicht möglich, weil es so gut wie keine Quellen über das Leben Buddhas gibt und lange sogar Zweifel darüber bestanden, ob Buddha überhaupt gelebt habe. Nicht nötig, weil der Buddhismus - anders etwa als das Christentum, das den Menschen Jesus aus theologischen Gründen braucht - kein Interesse am Individuum und Mensch Buddha hat. Auch die Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong stellt in ihrem Buddha-Buch derartige Überlegungen an, erliegt dann aber zum Bedauern von Michaels doch der Versuchung, eine Biografie über Buddha zu schreiben. Und die findet Michaels nicht gerade überzeugend. Zwar lese sich das "schmuck- und fotolose Buch" leicht, sei aber voller Fehler in der Sache, der Terminologie und den Literaturverweisen, "die jeder fortgeschrittene Student der Indologie dem Übersetzer und Verlag hätte beseitigen können". Michaels vermisst einen Index sowie Ausspracheregeln des Pali. Auch dass das Buch mit dem Tod Buddhas endet und die weitere Entwicklung des Buddhismus, die Buddha zu einer mythisch-historischen Figur werden ließ, ausklammert, findet Michaels unbefriedigend. Ferner moniert er, dass Armstrong den frühen Buddhismus meist als eine Art meditativ-spirituelles Yoga-System darstellt, während die philosophischen Lehren demgegenüber unterbelichtet bleiben.
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