Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Stendhal

Armance

Roman

Insel Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN-10 345834733X
ISBN-13 9783458347330
Kartoniert, 256 Seiten, 9,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Arthur Schurig. "Armance" ist Stendhals erster Roman. Es ist die Liebesgeschichte zwischen dem jungen Octave de Malivert und seiner Kusine Armance. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch etwas Unausgesprochenes steht zwischen ihnen. Da ist vor allem Octaves kompliziertes, einzelgängerisches Wesen, das ihn seinen Mitmenschen oft zum Rätsel macht. Die mittellose Armance wiederum fürchtet, für eine Mitgiftjägerin gehalten zu werden, denn Octave verfügt über ein beträchtliches Vermögen. Stendhal schildert diese Liebe eindringlich und mit der Menschenkenntnis, die auch seine späteren Romane (unter anderem Rot und Schwarz) auszeichnet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2004

"Armance", schreibt Martin Mosebach, "gehört zu den erstaunlichen Werken der Weltliteratur, die, ohne im engen Sinn politisch zu sein, im poetischen Bild die politische Realität ihrer Zeit einfangen". Die politische Realität: die eigenartige Widersprüchlichkeit der französischen Restaurationszeit, als die verarmten Adligen, die den Lockungen Napoleons widerstanden hatten, von Karl X. für ihre Treue zu den Bourbonen entschädigt wurden, um daraufhin dennoch unterzugehen. Archetypisch verkörpert wird das bei Stendhal von dem jungen Octave - "kühn, geistreich, verschlossen, hart, elegant und schön über jedes Maß, ein Klischee-Aristokrat". Außerdem verfügt er dank des Entschädigungsgesetzes über finanzielle Mittel. Doch seine Existenz wird durch ein Geheimnis verdunkelt. Es ist, verrät Mosebach, was im Buch nie ganz deutlich wird, denn Stendhal habe ein Rätsel stellen wollen - seine Impotenz. Die Restauration von oben bewahrt nur die unfruchtbare Hülle, sozusagen. Das habe Stendhal im ersten seiner Meisterwerke erfasst, und zwar in einer Sprache, "die so knapp sitzt wie Octaves Reithosen und so scharf schneidet wie seine Reitpeitsche".

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren