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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ronald Hayman

Marcel Proust

Die Geschichte seines Lebens

Cover: Marcel Proust

Insel Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 3458170146
ISBN-13 9783458170143
Gebunden, 840 Seiten, 39,88 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Max Looser. Ronald Hayman geht in seiner Proust-Biografie einen neuen Weg. Er stellt die äußeren Bedingungen dar, die Proust jenen "inneren Zustand" finden ließen, in dem er die "Recherche" schreiben konnte. Er macht dazu als erster von dem in Deutschland nur wenig bekannten gesamtem Briefwechsel Prousts Gebrauch. In der "Recherche" brachte Marcel Proust aus den Erlebnissen einer einzigen Person eine ganze Gesellschaft zum Sprechen. Prousts Biografen haben meist von seinem Werk auf das Leben geschlossen. Hayman dagegen folgt in der notwendigen Trennung zwischen Leben und Werk Prousts eigener Auffassung, nach der "ein Buch das Erzeugnis eines anderen Ich ist als desjenigen das wir in unseren Gewohnheiten, in der Gesellschaft, in unseren Lastern zutage treten lassen".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2000

Rezensent Joseph Hanimann hat einiges auszusetzen an dieser Biografie, obwohl er schon im Vorfeld eingeräumt hat, dass neue Erkenntnisse nach der "unüberschaubar gewordenen Proust-Forschung" sowieso nicht zu erwarten gewesen seien. Auch liege die englische Erstpublikation zehn Jahre zurück und sei bereits von zwei neueren biografischen Arbeiten überrundet worden. Dennoch bietet das Buch nach Rezensentenmeinung "Ein- und Umstiegsmöglichkeiten für Proust-Leser unterschiedlichen Kompetenzgrades". Sein bibliografischer Anhang und Quellenangaben im Text mache es sogar zum "lesefreundlichen Nachschlagewerk für Proust-Liebhaber", was auch der "Titanenarbeit" des Übersetzers geschuldet sei. Aber Hanimann hat auch manch haarsträubendes Detail aus dem Buch zu bieten, zum Beispiel, dass der "dunkelhäutige, eher orientalisch aussehende Proust", dessen Mutter Jüdin war, von blonden, hellhäutigen Adeligen besonders angezogen wurde. Und dass der Umgang mit Fürsten und Herzögen ihm hätte helfen sollen, sein eigenes "Halbjudentum" abzustreifen. Da scheint doch ein bisschen viel veraltete Rassentheorie ins Hirn des englischen Biografen gesickert zu sein.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.08.2000

Albert von Schirnding bespricht diesen voluminösen Band der Lebensgeschichte mit großer Zustimmung und dem Hinweis, dass seine Lektüre zwar die der "Suche nach der verlorenen Zeit" nicht voraussetzt, dass aber jeder sie nach diesem Buch wohl wird lesen wollen. Der Grund dafür liegt, so von Schirnding, an dem "Sog", den das Buch ausübt. Der Biograf hat die ersten fünfunddreißig Jahre Prousts als "Vorbereitung auf das Hauptwerk" behandelt, "das während der letzten fünfzehn Jahre wie ein riesiges schwarzes Loch alle Lebensmaterie in sich hineinzieht". Haymans Anliegen sei eine Erhellung der lebens- und zeitgeschichtlichen Voraussetzungen, schreibt von Schirnding, und er habe sowohl die Dreyfussaffäre und den Ersten Weltkrieg als auch Prousts Mutterfixierung ausführlich und "mit nüchterner Genauigkeit" nachgezeichnet. Als Quelle hat Hayman dabei weniger das Werk als die außerordentlich umfangreiche Korrespondenz Prousts herangezogen, und Hayman lässt, so von Schirnding, auch die "extravaganten Umstände" des Schreibens nicht aus: die zehnjährige Bettlägerigkeit, die Pelzmäntel, das Aushorchen der Bediensteten, das Asthma-Pulver Legras und die Rattenkämpfe in dem von Proust finanzierten Männerbordell. Der Rezensent zitiert abschließend den Schriftsteller selbst, der gemeint hat, auch Honig würde von der Biene aus Blüten und Exkrementen gesogen, am Ende käme es nur mehr auf die Qualität des Honigs an, - und verweist noch einmal auf die Lektüre des Werks selbst.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren