Günter Herburger

Schlaf und Strecke

Cover: Schlaf und Strecke
A1 Verlag, München 2004
ISBN 9783927743748
Gebunden, 349 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Mit "Flucht, um wieder heimzukehren" umschreibt Günter Herburger seinen Drang, der Enge des Schreibtischdaseins ein tägliches Lauf- und Trainingspensum entgegenzusetzen. Die Höhepunkte bilden Marathon- und Extremlangstreckenläufe, die ihn in unterschiedliche Städte, Landschaften und Klimazonen führen. Riga, Emmental, Cinque Terre, Paris, Sinai - die Begegnungen mit Wegen, Personen, Orten überlagern sich mit Assoziationen zu historischen Begebenheiten, mit lyrischen Passagen und naturwissenschaftlichen Betrachtungen zur eigenen Körperlichkeit. Die Hoffnung auf Entäußerung als zentrale Motivation wird häufig durch körperliche Grenzüberschreitungen (Ermüdungsbrüche, Krankheiten) enttäuscht; der begehrenswerte Zustand einer Verschmelzung von Körper und Geist stellt sich dennoch ein, ist schnell wieder verloren und wird erneut zum Ziel.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2005

Zum dritten Mal berichtet Günter Herburger nun schon von seinen Langstreckenläufen, schreibt Rezensent Hans-Peter Kunisch. Das aktuelle Buch verbindet ebenso wie die Vorgänger "Lauf und Wahn" und "Traum und Bahn" Autobiografisches mit Poesie, wirkt aber weitaus "niederschmetternder". Herburger schildert darin Erschöpfungszustände, gegen die altbewährte Techniken nicht mehr helfen; er beschreibt seine körperlichen Schwächen so, dass der Kritiker schon glaubte, der "Nimmermüde" werde bald nur noch "sitzen". Doch bei einem Lauf durch das lettische Riga wendet sich das Blatt: Herburger entdeckt dort das "Groteske der Welt", das ihn aufrichtet und Geist und Körper aufs Neue "anstachelt". Dieser Hang zum "Absurden" ist es, der den Autor zu einer unmöglichen und gleichwohl "überraschenden" Figur - einem "positiven Kafka" - macht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.2004

Michael Kohtes beschreibt Günter Herberger als einen Mann der "Extreme", der sich sowohl dem Marathonlaufen wie dem Verfassen von langen Büchern verschrieben hat. Das vorliegende Werk, in dem sich der Autor seinen auf diversen Läufen gemachten Beobachtungen und Reflexionen hingibt und das durch die in den vergangenen Jahren absolvierten Marathonstrecken in verschiedenen Städten strukturiert wird, demonstriert einmal mehr die für Herberger "lebensspendenden Wechselwirkungen" zwischen Laufen und Schreiben, stellt der Rezensent beeindruckt fest. Er preist ihn als "Beobachtungsathleten", der sich bei seinen Läufen nicht nur auf die körperlichen Strapazen, sondern auch auf die "Erscheinungsvielfalt" seiner Laufumgebung konzentriert und dabei "mehr über Land und Leute zu erzählen" weiß "als so mancher Cicerone". Der Rezensent lobt diese "herrlich schwingende, leichtfüßig daherkommende Laufprosa", und stellt begeistert fest, dass sich Herberger dabei auch noch als "extrem gebildet" herausstellt.
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