Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Ferdinand Schmatz
tokyo, echo oder wir bauen den schacht zu babel, weiter
Klappentext
Erneut spannt Ferdinand Schmatz den Bogen von dichterischer Innenwelt zu sinnlich wahrnehmbarer Außenwelt: im dreiteiligen "echo" seiner eigenen Dichtung bereist Schmatz die realen Räume zweier Städte und den imaginären Raum der Sprache, deren Zentrum das Gedicht bildet. "tokyo, echo" und "sankt petersburg, echo" sind dabei aber bedeutend mehr als die Summe der bebauten Fläche. Das zufällig aus dem unvorstellbar großen Kontinuum eines Stadt-Bildes Herausgegriffene schlägt um ins Notwendige der poetischen Wahrnehmung und des poetischen Vollzugs. Frei von den Verpflichtungen des Chronisten, der auf die Vollständigkeit der Schilderung setzen muss, schreibt sich Schmatz an die Wurzeln des Wahrnehmbaren, Zeichenhaften und Bedeutenden heran.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2004
Nico Bleutge macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: Derselbe Ferdinand Schmatz, der in "das große babel,n" ein "vielzüngiges Um- und Neuschreiben der biblischen Texte" vorführte, verliert sich dieses Mal im Sprachspielrauschen. Statt einem wortakrobatisch vorgeführten "klugen Witz" habe er leider allzu oft nur "müde Kalauer" zu bieten. Fazit: "leider kein würdiger Nachfolger".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.11.2004
Es kommt doch eher selten vor, dass Rezensenten ihre Ratlosigkeit gestehen oder sogar wie im vorliegenden Fall fragen, ob nicht die "Sprachintensität zeitweise einfach hinter die Linie des einsehbaren Horizonts" steige? Soviel steht für Cornelia Jentzsch fest: Ferdinand Schmatz, frisch gekürter Preisträger des Georg-Trakl-Preises 2004, offeriert seinen Lesern Sprachmaterial, an dem sich selbst berufene Sprachwissenschaftler und -künstler die Zähne ausbeißen könnten. Das liest sich dann so, zitiert Jentzsch: "ohne altar, salär, aber in nöten schwer, anders ein herr (ganz heer)" oder "du schwandest fort um geworden zu sein". Da wird es schwammig, stellt Jentzsch fest, trotz aller Beobachtungsgabe und der Fähigkeit, diese Beobachtungen mit Wortwitz zu verdichten. Ferdinand Schmatz, in den Fußstapfen der Wiener Gruppe sich bewegend, begreift Sprache als Machtinstrument, erklärt Jentzsch, dem man mit dem Skalpell zu Leibe rücken muss. Doch wer so präzise operiere, müsse sich auch Fragen gefallen lassen, formuliert Jentzsch ihre Einwände: ob denn die Fragmentarisierung der Sprache reiche, um den Erkenntnisgewinn voranzutreiben? Und, fragt sie weiter, müsste es nicht doch eine Ehrfurcht vor dem "Grundsystem Sprache" geben, die deren völlige Zersetzung verhindere?
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







