Aus dem Japanischen von Siegfried Schaarschmidt. Ein Mann an der Schwelle zum Alter wird von einem Freund eingeführt in ein Freudenhaus besonderer Art. Es ist für alte Männer bestimmt und bietet junge Frauen im Tiefschlaf an. Eguchi verbringt - in kürzer werdenden Abständen - mehrere Nächte in diesem Haus neben immer anderen jungen Frauen und Mädchen, die zurückhaltend und genau, sinnlich und diskret beschrieben werden. Eine jede ist anders. Eine jede weckt andere Phantasien, andere Erinnerungen an Frauen, die Eguchi in seinem Leben gekannt hat, an die eigene Ehefrau und die Töchter, an Geliebte, an Bekanntschaften einer Nacht ... Am Schluss kommt es zu einer tödlichen Komplikation.
Eine halbe Kritik lang nimmt Franz Schuh Anlauf, mit Überlegungen zur Literatur im allgemeinen und dazu, dass ein Buch keinen Spaß machen muss, um großartig zu seien - um dann den Roman von Yasunari Kawabata, tja, wie zu finden. Das ist nicht leicht zu sagen, er schreibt von "Gegenbildern", die hier entworfen werden. Er erzählt, dass es um alte Männer geht, die sich an tief schlafende junge Frauen ranmachen, dass der Held erst junge siebenundsechzig Jahre alt ist. Es ist wohl das "Irrationale" dieser geschlechterpolitisch gewiss nicht korrekten Geschichte, das Schuh hier fasziniert. Er findet darin "Klischees", aber die sind "kostbar".
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