Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Im Gegensatz zu den USA, vor allem aber auch zu den Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und des Nahen Ostens, spielt die Religion im öffentlichen Leben, in den Schulen, in der Wirtschaft sowie in der Politik in Europa seit gut einer Generation nur noch eine marginale Rolle. Für die meisten Europäer ist Religion inzwischen Privatsache, wobei für viele die Religion auch im privaten Leben keine nennenswerte Bedeutung mehr besitzt. Die Rituale der religiösen Praxis sowie die religiöse Orientierung gehören, so scheint es, bis auf wenige Ausnahmen der Vergangenheit an. In diesem Band werden Aspekte dieses singulären Vorgangs erhellt. Der sprachliche Umgang mit den Begriffen "Säkularisierung", "Säkularismus" und "Säkularisation" wird dabei ebenso untersucht wie die realen politischen und kulturellen Prozesse, auf welche diese Begriffe angewendet werden.
Zu den Fragen des wissenschaftlichen Herangehens an diese Thematik gehört die Überlegung, wie im Zeitalter der Globalisierung im Sinne Max Webers eine vergleichende Religionsforschung wissenschaftlich begründet und durchgeführt werden kann. Durchaus offen ist die Frage, ob die Säkularisierung nur eine vorübergehende Phase in der Geschichte Europas darstellt: Wird die Säkularisierung Europas weiter voranschreiten und werden sich die Kulturen auf den anderen Kontinenten nach einer gewissen Zeit diesem Sonderweg anpassen? Oder wird sich Europa nach einiger Zeit wieder den religiös geprägten Kulturen in den anderen Kontinenten annähern? Dann wäre die Säkularisierung nicht etwa der Sonderweg Europas in Sachen Religion, sondern nur eine weltgeschichtliche Episode.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2005
Der Menschenandrang in Rom in den Tagen nach dem Tod des Papstes ließ die alte Säkularisierungsdebatte wieder aufflackern, bemerkt Harm Klueting in einer Sammelrezension zum Thema. Die Debatte umreißt er folgendermaßen: die eine Seite behaupte einen Zusammenhang von Entkirchlichung und Säkularisierung, während die Gegenseite einen Zusammenhang von Säkularisierung und einer "Rückkehr der Religion" vermelde. Zu den Vertretern dieser "neuen" Säkularisierungsthese zähle nun auch Hartmut Lehmann. Lehmann hat seine Thesen in den vergangenen Jahren in zehn Aufsätzen vertieft, die er für diesen Sammelband zusammengetragen hat. Klueting sieht Lehmann an Martin Riesebrodts These anschließen, dass soziale Krisen und die Wiederkehr des Religiösen zusammengedacht werden müßten. Demnach könnte die Säkularisierung bloß ein "Zwischenspiel der europäischen Geschichte" gewesen sein, wie der Rezensent in Anschluss an Lehmann bemerkt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.01.2005
Willkommen auf der "Insel der Unseligen" - Hartmut Lehmann wendet sich gegen den eurozentrischen Blick und zeigt, dass die Säkularisierung kein weltweites Phänomen ist, sondern ein Sonderweg der Europäer. Und während andere noch darüber sinnieren, wie christlich Europa denn nun geprägt sein, blickt er schon viel weiter nach vorne: "Meint nicht, sagt er, dass der religiöse Schwund sich für immer fortsetzen muss; es gibt mehr als ein historisches Beispiel, dass die Religion, die so moribund aussah, ins Herz der Gesellschaft heimgekehrt ist - dann freilich stets in verwandelter Form." Doch der Rezensent Burkhard Müller gibt zu bedenken: Erstens, Religionen kehren in ihrer fundamentalistischen Ausprägung zurück, wovon man sich, was das Christentum angeht, mit dem Blick auf die USA überzeugen könne. Woraus zweitens folgt: "Es wird furchtbar werden." Ansonsten: Ein interessantes Buch, dessen Argumentation noch effektiver gewesen wäre, hätte der Autor den Ballast an historischen Informationen entschlackt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2004
Bei der Debatte um den Religionsbezug in der Verfassung der Europäischen Union wurde unter anderem die alte Frage diskutiert, wie christlich Europa eigentlich sei. Ein Problemkreis, dem sich auch Hartmut Lehmann in seinem neuen Buch zuwendet. "Einschlägige Fragen" werfe der Historiker diesbezüglich auf, befindet Rezensent Uwe Justus Wenzel: Handelt es sich bei der Säkularisierung um den europäischen Sonderweg, der sich in die Zukunft hinein konsolidieren werde? Einen Weg, auf den auch andere, derzeit noch stärker religiös geprägte Kulturen einschwenken könnten? Oder ist die Entchristlichung Europas eine vorübergehende Phase? Dass Christen in einem multireligiösen Europa ein höheres Maß an Toleranz abverlangt werden wird - diese Voraussage erscheint Wenzel "kein Wagnis". Lehmann mahne jedenfalls eine bewusste Kurskorrektur auf christlicher Seite an und plädiere für einen fairen Umgang mit kulturellen Symbolen und Codes, die in nichtchristlichen religiösen Traditionen verwurzelt sind.
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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