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zuletzt aktualisiert 03.02.2012, 14.00 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

David Rose

Guantanamo Bay

Amerikas Krieg gegen die Menschenrechte

Cover: Guantanamo Bay

S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2004
ISBN-10 3100663004
ISBN-13 9783100663009
Gebunden, 192 Seiten, 14,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrich Enderwitz und Monika Noll. Der renommierte Journalist David Rose konnte exklusiv die ersten freigelassenen britischen Häftlinge interviewen. Er hat Guantanamo Bay besucht und mit den Kommandierenden des Lagers ebenso gesprochen wie mit Wachsoldaten, medizinischem Personal, maßgeblichen Beamten im Pentagon und Geheimdienstspezialisten. Auf der Grundlage seiner Recherchen und bisher nicht veröffentlichten Materials entfaltet sich ein regelrechtes Alptraumszenario.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2004

Als "schlechtes Buch" wertet Rezensent Wilfried von Bredow diese Veröffentlichung über Guantanamo Bay. Was er umso bedauerlicher findet, als es sich mit einem "sehr beunruhigenden politisch-rechtliches Thema" befasst. Ausführlich spricht Bredow über die Fragwürdigkeit des Anfang 2002 eingerichteten Häftlingslagers, wobei er zu dem Schluss kommt, dass das "ganze Konzept" von Guantanamo Bay auf einer "Fehlwahrnehmung des internationalen Terrorismus" beruht. Während er Rose' Artikel über Guantanamo Bay für Vanity Fair und den Observer für verdienstvoll hält, hat ihn das Buch, das der Journalist daraus gemacht, nicht überzeugt. Was vielleicht nicht der Fall gewesen wäre, wäre Rose "nüchterner Beobachter" geblieben und hätte über die verfehlte amerikanische Häftlingspolitik "kühlen Tones" berichtet. Statt dessen aber rücke Rose die Vereinigten Staaten in die Nähe totalitärer Staaten und wolle eine neue "Form des Absolutismus" in der Präsidentschaft von George W. Bush erkennen. Gleichermaßen "unsinnig" findet der Rezensent auch Rose' Behauptungen, Amerika führe einen Krieg gegen die Menschenrechte, und Guantanamo Bay sei ein wichtiger Baustein in einem umstürzlerischen System, das sich gegen die Aufklärung und die amerikanische Verfassung richte.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.10.2004

Daniel Haufler ist beeindruckt von David Roses Buch über "Guantanamo Bay". Mit der dort praktizierten Folter verstoßen die USA eklatant gegen das Völkerrecht, und dadurch, so der Rezensent, ist das am Eingang des Buches stehende Hermann-Göring-Zitat tatsächlich gerechtfertigt, in dem der NS-Führer sich zu Lagern und Staatsfeinden äußert. Zu allem Überfluss (wenn man so sagen kann) bleibt die Folter auch noch ergebnislos. Substanzielle Erkenntnisse, die die Folterknechte den Gefangenen abgerungen hätten? Fehlanzeige. Das liegt einfach daran, so Roses Schluss, dass die Verhörenden schlecht ausgebildet sind, die Sprachen ihrer Opfer nicht beherrschen - und daran, dass man unter Folter geneigt ist, alles zuzugeben, was verlangt wird, solange nur endlich die Qualen enden. Spätestens seit der Inquisition ist das - in Europa zumindest - bekannt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.09.2004

Ziemlich ausführlich bespricht Bruno Preisendörfer diesen Bericht von David Rose über die Erlebnisse vier britischer Häftlinge in dem amerikanischen Militärgefängnis Guantanamo. Die deutsche Übersetzung erscheint vor dem englischen Original und berichtet über die Menschenrechtsverletzungen, die in dem Lager tagtäglich verübt werden, informiert der Rezensent. Dabei würde die Behandlung wie die Unterbringung der Gefangenen, die als "unrechtmäßige Kämpfer" und Terroristen festgehalten werden, sowohl gegen internationales wie amerikanischen Recht verstoßen, so Preisendörfer weiter. Zwar findet er es etwas unbefriedigend, wie sich der Autor bei der Schilderung der Erlebnisse des Häftlings Tarek Dergoul, der in Afghanistan während des Krieges ein Haus gekauft hatte, was er in Friedenszeiten mit Gewinn wieder verkaufen wollte, um den "kriegsgewinnlerischen Aspekt verlegen herumdrückt". Und auch die Behauptung des Klappentextes, in diesem Buch werde "zum ersten Mal" von den Zuständen in Guantanamo berichtet, entlarvt der Rezensent als "glatte Reklamelüge". Dennoch findet er, dass dieses Buch als "bisher umfassendste" Schilderung der menschenrechtsverletzenden Zustände in Guantanamo "besonderes Interesse verdient" und eine wichtige und erhellende Lektüre darstellt.

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