Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Mahmud Darwish

wo du warst und wo du bist

Gedichte

Cover: wo du warst und wo du bist

A1 Verlag, München 2004
ISBN-10 3927743712
ISBN-13 9783927743717
Gebunden, 140 Seiten, 14,80 EUR

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Klappentext

Aus dem Arabischen von Adel Karasholi. Mahmud Darwisch gilt als eine der wichtigsten poetischen Stimmen Palästinas und als einer der populärsten arabischen Lyriker der Gegenwart. Seine Gedichte werden wie Volkslieder gesungen, seine Lesungen ziehen Tausende in ihren Bann. Auch wenn Mahmud Darwisch als Symbol des palästinensischen Widerstands gilt, bleibt seine Lyrik stets auf Entdeckungsreisen nach Poesie im Alltäglichen, um es im Allgemeinmenschlichen aufzuheben. Das lyrische Moment bei Darwisch bündelt die Geschichte des kulturellen, nationalen und individuellen Daseins. Er versucht, die Vision eines großen gerechten Friedens zu verwirklichen, der den Dialog zwischen zwei Stimmen und zwei Sichtweisen fördert, ohne dass die eine sich der anderen gewaltsam aufzwingt. Dieser Band versammelt eine Auswahl aus den jüngsten Gedichtbänden von Mahmud Darwisch.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.09.2004

Eine Schande ist es, schimpft Rolf Michaelis, dass Mahmud Darwisch in Deutschland nahezu unbekannt ist. Und dass, obwohl er einer der bedeutendsten Dichter der arabischen Welt sei, der es im Laufe seines wechselhaften Lebens auf rund fünfzig Bücher gebracht hat, die in dreißig Sprachen übersetzt wurden, zählt Michaelis auf. In Deutschland haben sich nur Kleinverlage dieses Autors angenommen, schimpft Michaelis (diesmal auf die Großverlage) weiter, deren Auswahl jedes Mal relativ beliebig (jetzt sind die Kleinen dran!) und deren Übersetzung von höchst unterschiedlicher Qualität sei. Aber das Werk Mahmud Darwicshs, eines Palästinensers, dessen Familie zu den 1948 Vertriebenen gehörte, habe eine große Bandbreite; in frühen Jahren war der Dichter eher dem agitatorischen Gedicht zugetan, berichtet der Rezensent, später sagte er dem Tagesgeschäft adieu und wandte sich allgemeiner der Dichtung zu. Auf diese Weise ist es Darwisch gelungen, meint Michaelis, die Tragödie seines Volkes aus dem aktuellen Bezug zu lösen und sie mit anderen historischen Vorgängen wie beispielsweise der Vertreibung der Araber aus Europa in Beziehung zu setzen und damit ins Allgemein-Menschliche zu erhöhen. Ohnehin ist Darwisch für ihn ein Mann, der in den "Schützengräben" auf beiden Seiten zu Hause ist, oder anders, der nirgends zu Hause ist und dem das poetische Sprechen zum Exil, zur Heimat der Worte geworden ist.

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