Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Jugendliches Genie, Revolutionär, Dichter. Rüdiger Safranski entstaubt in seiner Schiller-Biografie eine der schwungvollsten Gestalten unserer Literatur. Friedrich Schiller läutete mit seinem Enthusiasmus die Epoche der deutschen Geistesgeschichte ein, die man später den "Deutschen Idealismus" genannt hat. Safranski schildert Schillers Leben von den bedrückenden Anfängen in der Stuttgarter Karlsschule bis zu den letzten Jahren in Weimar, als er dem hinfälligen Körper mit ungebrochener Willenskraft sein Spätwerk abringt. Er erzählt, wie Schiller (zusammen mit Goethe) über ein Jahrzehnt, zwischen 1790 und 1805, zum Zentralgestirn des deutschen Geisteslebens werden konnte. Alle sind auf der Bühne versammelt: Novalis, Hölderlin, Schelling, die Brüder Schlegel, Fichte, der junge Hegel, Tieck, Brentano.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2004
Rezensent Rolf-Bernhard Essig blickt schon ins Jahr 2005 - zum 200. Todestag von Friedrich Schiller - und berichtet in einer umfassenden Sammelrezension, was es Neues gibt am Horizont der Schiller-Literatur. Seinem hohen Anspruch, Schillers Modernität als eine in der "Radikalität des Denkens" fußende "Wandelbarkeit" aufzuzeigen, wird Rüdiger Safranski in jeder Hinsicht gerecht, lobt der Rezensent. Indem er aufzeige, wie sich Schillers Denken in so radikaler wie reflektierter Abkehr vom Nihilismus entzündete, gelinge es Safranski, dem herkömmlichen Schillerbild das Gespenst der "Plattheit" auszutreiben und die Fundiertheit des Schillerschen Idealismus deutlich zu machen. Unter Safranskis "anspruchsvoller und doch gut lesbarer" Feder, so das abschließende Lob des hocherfreuten Rezensenten, entsteht ein Gesamtbild, in dem Modernität nicht zur bloßen Behauptung gerät, sondern zur analytisch gesättigten Evidenz wird.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2004
"Schiller ist immer noch da. Und wie!" frohlockt Rezensent Hans-Jürgen Schings und feiert den Schiller-Biografen Rüdiger Safranski als dessen souveränen und noblen Anwalt. Begeistert ist ihm der Rezensent dabei gefolgt, wie er sich in Friedrich Schiller und seine Zeit hineingedacht hat und lobt die fesselnde Sachlichkeit des Buchs. Nichts verbleibe "im Status des Schlagworts oder Allgemeinplatzes". Der Rezensent ist spürbar mitgerissen von der Lebendigkeit mit der Safranski ein "goldenes Zeitalter" entstehen lässt: allzu Bekanntes und Abgenutztes erwacht zu neuem Leben, verspricht er hingerissen. Besondere Bewunderung hat er für Safranskis Wagnis, "den verpönten Idealismus entschieden und programmatisch in den Mittelpunkt seiner Darstellung zu rücken". Ohne gewundene Distanznahme habe Safranski Schiller beim Wort genommen, was aus Rezensentensicht den gesamten Duktus des Buches einfärbt: Als Biograf habe sich der Autor von Schillers grandiosem Versuch anstecken lassen, den Geist der Freiheit ansteckend zu machen. Eine der griffigsten Formeln des Buches ist für Schings die Charakterisierung Schillers als "Sartre des späten 18. Jahrhunderts". Die "Bravour" verlässt Safranski nach Ansicht seines Rezensenten auch dann nicht, wenn es um das Werk des Dichters und Dramatikers Schiller geht.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2004
Als einen Sartre des 18. Jahrhunderts zeichnet Rüdiger Safranski Schiller in seinem biografischen Porträt, als einen Philosophen der Freiheit, so Rezensent Manfred Koch. Allerdings handele es sich um einen problematischen, einen gebrochenen Freiheitsbegriff, in dessen Zentrum das Pathos der Wahl steht, die jeder Mensch, auch in der auswegslosesten Situation noch, hat. Safranski zeige in seinem Werk, das pünktlich zu Schillers anstehendem 200. Geburtstag auf den Markt kommt, wie der existenzialistisch-idealistische Dichterphilosoph sich in allen seinen Dramen an der "Tragik einer letztlich heimatlosen Freiheit" abgearbeitet hat. Dabei erweise sich Safranski, wie schon in seinen Studien über Nietzsche und Heidegger, als absolut souverän im Umgang mit den kulturgeschichtlichen Zeithintergründen . Wie der Biograf etwa Fichtes Ich-Philosophie bündelt, nötigt dem Rezensenten Respekt ab. Als wohltuend notiert Koch auch Safranskis Verzicht auf "dramatische Stilisierungen", zu denen ein "Athlet des Willens" wie Schiller natürlich Anlass gegeben hätte.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.09.2004
Rechtzeitig vor Schillers zweihundertstem Geburtstag im Jahr 2005 erscheint ein ganzer Stapel neuer Biografien, die den Dichter würdigen, ohne in das nationale Pathos früherer Jahre zu verfallen. Und wenn sich Ursula Homann eine davon auswählen müsste, würde sie sich wohl für die vorliegende entscheiden, denn, kurzum: Rüdiger Safranski ist der "große Wurf" gelungen, den sie von ihm erwartet hat. Das Buch geht darüber hinaus, Schillers Leben und Werk in seiner Zeit darzustellen, indem es umgekehrt anhand der Gestalt des Dichters die Zeit veranschaulicht, die er entscheidend prägte. Dazu werden die Persönlichkeiten des geistigen Lebens, denen Schiller begegnete, ebenso vorgestellt wie die zeitgenössische Philosophie - das alles aber nicht im akademischen Stil, sondern gehüllt in eine "packende" Erzählung, die mit mancher origineller Erkenntnis aufwarten kann. Manchmal, so Homann, gerät Safranski geradezu ins Schwärmen, ohne aber jemals in Gefahr zu geraten, eine Hagiografie zu verfassen. Fazit: ein "großes Leseabenteuer".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.09.2004
Des Lobes voll ist Jens Bisky über Rüdiger Safranskis neue Gesamtdarstellung von Leben und Werk des deutschen Klassikers Friedrich Schiller. Dass dessen Leben selbst nur wenig Erzählenswertes hergibt, gereiche dabei dem Buch keineswegs zum Nachteil, ganz im Gegenteil. Umso überzeugender nämlich könne Safranski die intellektuelle Biografie des Dichters entwerfen, und zwar ganz ohne "literaturwissenschaftlichen Jargon". Es beginnt mit einer These zur "Erfahrungsarmut" Schillers, die dieser zur Spekulation auf mögliche Erfahrung zu konterkarieren verstanden habe, referiert der Rezensent. Überhaupt war Schiller laut Safranski die Wirklichkeit niemals genug, erschien ihm als schlechter Abglanz des Ideals, um das es ihm stets zu tun war. Die Kunst wurde für ihn selbst so zur "ultimativen Lockerungsübung" - und zwar auf dem Weg zur Überwindung des bloß Wirklichen. Faszinierend findet Bisky Safranskis Lektüre der drei medizinischen Dissertationen, in denen Schiller der körperlichen Determiniertheit eine Freiheit abringt, die in der zugreifenden Auswahl der Seele auf "Eindrücke und Ideenverbindungen" liegt. Der "Höhepunkt" des Buches ist für den Rezensenten die "Don Karlos"-Interpretation, die auf Schillers Doppelgesichtigkeit insistiert: "Der Enthusiast Schiller ist, so Safranski, ohne den Skeptiker nicht zu haben." Ein paar kleinere Kritikpunkte hebt sich Bisky für den Schluss auf: Allzu kurz kommt ihm das Spätwerk des Dichters und allzu wenig habe der Autor über Schillers "Form"-Begriff zu sagen. Das Buch ist dennoch ein "großartiger" Entwurf eines neuen Bildes des Klassikers, findet unser Rezensent.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Bücher von Lesern empfohlen
Shahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren
Aus dem Englischen von Ursula Ballin. Ein iranischer Schriftsteller ist es leid, immer nur düstere Romane ...
Javier Marias: Dein Gesicht morgen
Aus dem Spanischen von Elke Wehr. "Wollte Gott, dass niemand uns jemals um etwas bittet oder auch nur fragt, ...
Archiv: Bücherschauen
Dichtung und Tischtennis
18.03.2010: Als tieftraurig und hochkomisch zugleich preist die SZ Jan Faktors Roman mit dem Monster-Titel "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag". Die FR lobt den Roman ebenfalls, aber mit Vorbehalten gegen seine Lustigkeit. Hingerissen ist sie auch von Nicholson Bakers Lyriker-Roman "Der Anthologist". Die FAZ schwärmt von Hans-Ulrich Treichels Berliner Heimatlosigkeitsroman "Grunewaldsee". Für die heute erschienene Literaturbeilage der Zeit werden wir noch ein paar Tage brauchen.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter


