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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker: Gesammelte Gedichte

1939 - 2003

Cover: Friederike Mayröcker: Gesammelte Gedichte

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN-10 3518416316
ISBN-13 9783518416310
Gebunden, 600 Seiten, 26,80 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Marcel Beyer. Seit über sechs Jahrzehnten knüpft Friederike Mayröcker in ihren Gedichten an einem magischen Sprachteppich. Die Sprachfäden schießen ineinander, entfalten ein so filigranes wie weit austreibendes Geflecht, das alle Festlegungen überschreitet. Unermüdlich erprobt die Dichterin die Übersetzbarkeit von Materie in Sprache, wagt sich immer neu durch unerschlossene Schichten. Gesehenes, Erlebtes, Erfundenes, im Geiste Erlebtes und Geträumtes - alles findet Eingang ins Textgewebe. Wortneuschöpfungen stehen neben Fremdzitaten und Selbstverfremdungen, Spuren ihrer Auseinandersetzung mit Werken von Schriftsteller-Kollegen neben solchen ihres Umgangs mit Malerei und Musik - in allem spricht sich eine ungestüme Wahrnehmungskraft aus, ein Abtasten der Welt, das nichts ausschließt, aufs Ganze geht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2004

So sehr es Nico Bleutge auch bedauert, dass Friederike Mayröcker ihr Haus nur mehr selten verlässt, um aus ihren Gedichten zu lesen - der von Marcel Beyer herausgegebene Band mit ihrer gesammelten Lyrik ist ihm ein Trost. "Und gewiss kein kleiner." Die Gedichte sind "sorgfältig" nach ihrer Entstehung geordnet, ergänzt durch ein "genaues editorisches" Nachwort. Die Zusammensetzung der einzelnen Gedichtbände gerät durch die zeitliche Anordnung zwar aus dem Blick, meint der Rezensent, werde aber im Anhang getreu verzeichnet. "Und das Hin- und Herblättern gehört bei der Mayröcker-Lektüre ohnehin dazu." Bleutge freut sich, dass er "endlich" die Entwicklung von Mayröckers Schreiben verfolgen kann, und auch in den gut hundert bisher unveröffentlichten Gedichten findet er lohnende Stücke. Dank des nun gewonnenen Überblicks wagt er es auch, Mayröckers Schaffen mit einem "Stempelchen" zu versehen. Die Lyrikerin suche unentwegt nach der "Einheit von Leben und Kunst".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.12.2004

Jörg Drews würdigt in einer eingehenden Hommage das Gesamtwerk der Lyrikerin Friederike Mayröcker, deren gesammelten Gedichte nun zu ihrem 80. Geburtstag erschienen sind. Er erinnert sich an erste Rezeptionserfahrung mit der Lyrik Mayröckers und gesteht freimütig ein, dass er und andere Leser zunächst durchaus Verständnisschwierigkeiten bei den unkonventionellen und alle Lesegewohnheiten sprengenden Texten der Autorin hatten. "Wir hörten hingerissen zu und staunten", erinnert sich der Rezensent, den das "bestechend Exzentrische" sowohl der Prosatexte als auch der Gedichte begeistert. Der Gedichtband enthält Lyrik aus über 60 Jahren, mehr als hundert darin abgedruckte Gedichte sind bisher kaum je zu lesen gewesen, teilt Drews mit. Er hebt besonders das "Element des ahnbar Lebensgeschichtlichen" hervor, das im Werk Mayröckers zunehmend spürbar wird und das der Rezensent streng vom Autobiografischen getrennt sehen will. Wenn Drews einen Wunsch frei hätte, dann würde er sich nun noch eine Ausgabe aller Hörspieltexte und eine CD aller Hörspiel-Aufnahmen wünschen, nebst Aufnahmen aller Lesungen der Autorin.

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