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Klappentext
Lieder, Elegien, Sonette, Balladen, Scherzi, entstanden am Ufer des Tiber, in Berlin, Zürich, Wien, in Slowenien und "in Depressenburg". Schindels Gedichte erzählen vom Lieben und Erinnern, vom Sterben und vom Träumen einer Welt, die ohne Krieg und Wunden ist. Wahlverwandtschaftlich stehen Heine und Brecht, Celan und Huchel Pate, und doch durchweht diese "Gedichte vom Moos der Neunzigerhöhlen" ein ganz eigener, freier, melancholisch warmer Ton.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2000
Sehr innig setzt sich Harald Hartung mit Schindels fünftem Gedichtband auseinander. Auf dessen Untertitel anspielend findet er, auf jeder Seite werde klar: hier macht es sich der Autor "in keiner Höhle und auf keiner Wiese bequem". Deutlicher als früher komme das politische Tagesgeschehen zu Wort. Hartung lässt die Motive und Metaphern von Schindels Lyrik für sich selber sprechen. Nur manchmal versieht er sie mit vorsichtig erläuternden Anmerkungen. Schindels Gedichte suchten eine "Synthese", das "Zugleich von Erfüllung und Desillusionierung", meint der Rezensent schon fast am Schluss. Uns scheint, auf Harald Hartung haben Schindels Gedichte einen außerordentlichen Eindruck gemacht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2000
Christiane Zintzen freut sich aufrichtig, dass ein neuer Gedichtband von Robert Schindel erschienen ist. Sie lobt Schindels "raue" Stimme, die aus einer "von Trauer und Trotz zugeschnürten Kehle dringt" und beschreibt das Oxymoron als Stilfigur, mit der der Autor die "widersprüchliche Verfasstheit von Welt und Gemüt" verschränkt. Auch die "zerrüttete Zählung" der Gedichte weiß sie zu würdigen, die äußerlich ein Gefühl widerspiegelt, dass auch die Einzelgedichte auszeichnet: Erschütterung. Dabei sei Schindel Charismatiker, kein Avantgardist, meint sie und erklärt den feinen Unterschied mit dem Verweis auf die bildliche Erzählweise. Die Rezension endet in Melancholie und Bangigkeit wie sich das nach einer Erschütterung gehört.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.06.2000
Kurt Oesterle bespricht Robert Schindels Gedichte mit großer Neugier. Warum sind die 90er für Schindel Höhlen, fragt er, "weil sie, nach 1989, zum Labyrinth verlorener Orientierung wurden?" Oesterle kann dieser Einschätzung einiges abgewinnen - nach den "Gebirgen älterer Mühsal", womit wohl die Zeit des Zweiten Weltkriegs gemeint ist, und den Mühen der Ebenen, die den friedlichen Wiederaufbau beschreiben, sieht er wie Schindel mit den neunziger Jahren neue Katastrophen auf uns zukommen: `Es kommt ein Sturm. Wir / Neigen ihm zu, hangen ihm an / Über die Ebenen geht er / Faltet sie, faltet sie wieder` zitiert er Schindel. Was tun, fragt sich Oesterle und weiter: wie kann man Zeitgenosse sein, wenn man nicht mal das Wort Srebrenica richtig aussprechen kann? Schindel glücke mit seinen Gedichten das "Allerschwierigste", nämlich zu zeigen, dass "Zeitgenossenschaft weitgehend eingebildet ist". Überall Flüchtigkeit und Brüche - nur in der Liebe erfülle sich für Schindel gelegentlich das "Versprechen des gelungenen Augenblicks".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.04.2000
Arne Rautenberg spricht es nicht aus - aber er zeigt es durch seine Zitate: Schindler reflektiert hier die politischen Verwerfungen der neunziger Jahre vom Golfkrieg bis Algerien, politische Gedichte also. Was Rautenberg gefallen hat, findet er schon im paradoxen Titel "Immernie" angedeutet. Der Rezensent bewundert, wie der österreichische Lyriker die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen - hier friedliches Privatleben, dort Krieg und Tod - in seinen Versen zum Klingen bringt.
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