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Robert Musil
Der Mann ohne Eigenschaften
Erstes Buch. 2 Mp3-CDs, gelesen von Wolfram Berger

Zweitausendeins Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN-10 3861506521
ISBN-13 9783861506522
CD, 29,95 EUR
Klappentext
35 Stunden und 40 Minuten auf 2 MP3-CDs. Eine Produktion in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk. Mit einem Originalbeitrag von Karl Corino. Robert Musils Roman ist ein geistiges Abenteuer und eine "satirisch-subversive Diagnose" (Die Welt) des alten Österreich vor dem Ersten Weltkrieg, zugleich aber auch der Versuch, mit einem neuartigen Erzählstil die Lebensweise der Moderne zu reflektieren. Wolfram Berger liest das komplette erste Buch (Kap. 1-123) von Musils "Mann ohne Eigenschaften" ungekürzt in 79 Teilen. Die weiteren Kapitel des Romans sind in Vorbereitung und werden ab 2005 gesendet und parallel bei Zweitausendeins als Hörbuch erscheinen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2004
Knapp 36 Stunden dauert das erste Buch von Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften", eine "pharaonische Zeitmasse", die hier auf nur zwei winzige Silberscheiben gepresst wurden. Und Rezensent "g.s." findet es eigentlich ganz angemessen, dass dieser moderne Roman das erste deutschsprachige Hörbuch ist, das in der modernen MP3-Technik erscheint. Doch damit ist der Kredit des Rezensenten auch schon aufgebracht. "Physiologisch unerträglich" ist ihm, selbst bekennender Süddeutscher, die Wiener Klangfarbe, mit der Wolfram Berger diesen "von neuer Sachlichkeit und kühler Ironie geprägten Text" liest.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.09.2004
Zwiespältig fällt das Urteil des "czz" zeichnenden Rezensenten über diese kompakte Hörbuchfassung aus, die 79 Folgen lang auf Sendung gewesen ist. Verantwortlich für die Radioproduktion zeichnet der Regisseur Hans Drawe, der mit Wolfgang Berger einen österreichischen Schauspieler gefunden hat, der die Diphtonge des Musil-Textes in so breites Wienerisch taucht, dass es "czz" manchmal fast zu vulgär erscheint, und der eine eher folkloristische Vorstellung von Musils Welt bedient. Ansonsten biete sich der Text in seinem sprunghaften-fragmentarischen Charakter geradezu für eine Langstreckenlesung an, schreibt "czz", bloß die Zerstückelung der 123 Kapitel in 300 Cuts seien völlig indiskutabel.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.06.2004
Am Ende hat Oliver Pfohlmann sich der höheren Einsicht gebeugt: Ja, man brauche wohl tatsächlich "einen Sprecher ohne Eigenschaften" für einen "Mann ohne Eigenschaften". Und so erweise sich Wolfram Berger als der richtige Mann für die Hörbuchfassung von Robert Musils Opus magnum. Seine Sprachkunst mache den österreichischen Charme der 1989er Version von Christoph Bantzer vergessen. Bergers "leicht melancholischer Vortrag" sei in seiner Quecksilbrigkeit ideal, um den Anverwandlungen der Musilschen Reflexionskunst zu folgen, die sich in der Psyche eines Schwerstkriminellen wie Moosbrugger ebenso heimisch fühlt wie in den subtilen Ganglien des Großschriftstellers Arnheim. "Noch so raffinierte Satzgefüge macht Bergers Stimme durchsichtig, noch so ungewöhnliche Vergleiche lebendig." 36 Stunden dauert das Vergnügen, das ursprünglich im Hessischen Rundfunk unter der Regie von Hans Drawe zu hören war. Die Mp3-Technik "hält auch den Preis in Grenzen", wie der Rezensent feststellt. Das "geschmackvoll gestaltete Booklet" helfe, sich zwischen den "300 Tracks a fünf Minuten" zu orientieren, "als Zugabe gibt es einen lesenswerten Essay des Musil-Biografen Karl Corino". Die Fortsetzung ist für 2005 geplant.
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