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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Kirchhof

Der sanfte Verlust der Freiheit

Für ein neues Steuerrecht - klar, verständlich, gerecht

Cover: Der sanfte Verlust der Freiheit

Carl Hanser Verlag, München 2004
ISBN-10 3446226893
ISBN-13 9783446226890
gebunden, 228 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Das gegenwärtige Steuerrecht treibt die Steuerzahler in die Flucht: in verlustbringende Investitionen oder vermeintliche Steuerparadiese. Wer dagegen die gesetzlich vorgesehene Steuer zahlt, fühlt sich schon lange als der "Dumme". Mit seinem radikalen Steuerkonzept hat Paul Kirchhof eine heftige Debatte zu einer grundlegenden Steuerreform in Gang gesetzt. In seinem Buch macht Paul Kirchhof eindringlich deutlich, dass Deutschland ein Steuerrecht braucht, das statt Abschreibungsprojekte nur das wirtschaftlich Sinnvolle fördert. Wir können nicht auf Steuern verzichten, so Kirchhof, wenn wir in Freiheit wirtschaften wollen. Es muss aber genügen, wenn der Staat höchstens ein Viertel des Einkommens seiner Bürger erhält.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2004

Ein ganz unvermuteter Enthusiasmus weht dem Leser aus der Rezension von Paul Kirchhofs steuerkundigem "Der sanfte Verlust der Freiheit" entgegen. Heike Göbel meint gar, es gelinge dem "ehemaligen Verfassungsrichter", "die Lust auf ein neues Steuerrecht zu wecken". Keine kleine Kunst, sollte man meinen. Aber keiner übertreffe Kirchhof darin, "Steuermaterie zum Leben zu erwecken." Der Grundgedanke des Autors sei, dass dem Staat exakt "ein Viertel des Einkommens seiner Bürger und Unternehmen" zustehe. Er verstehe Steuer als "Ausdruck der Freiheit, nicht der Unfreiheit", denn durch sie erst werde "die Trennung von Staat und Wirtschaft" ermöglicht. Allerdings führe das gegenwärtig bestehende Steuerrecht eher zu einem Verlust an wirtschaftlicher Freiheit. Darum arbeitet Kirchhof an einem Gegenmodell, das freilich nicht unumstritten sei, wie die Rezensentin ausführt. Bei aller Abgründigkeit der Kenntnisse des Heidelberger Professors aber halte der Leser "kein Steuergesetzbuch in den Händen, sondern ein Werk, das ihm die Prinzipien nahe bringt, auf denen ein gutes, gerechtes Steuerrecht basiert". Darum führe das Buch auch über den Geltungsbereich der Zahlen weit hinaus, werfe es doch Fragen auf wie diese: "Was bedeutet es, wenn der Abgeordnete endlich wieder versteht, welches Gesetz er beschließt, und der Steuerpflichtige nachvollziehen kann, welche Last er und sein Nachbar zu tragen haben und warum?"

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2004

Recht überzeugend erscheint dem Gy. zeichnende Rezensent dieses Buch, in dem der frühere Richter am deutschen Bundesverfassungsgericht, Paul Kirchhof für ein neues Steuerrecht plädiert. Der Autor befasse sich zunächst mit den Fehlentwicklungen und Mängeln des deutschen Steuersystems, um dann anhand von fünf Aufträgen des deutschen Verfassungsgerichts an den Gesetzgeber darzulegen, in welche Richtung die wichtigsten Verbesserungen zielen sollten. Dabei, so der Rezensent, suche er ein Steuersystem zu entwerfen, das dem "hohen Ziel" der Gerechtigkeit so nah als möglich komme und mit einer freiheitlichen Ordnung verträglich sei. Kirchhof verstehe Steuern nicht als Ausdruck von Unfreiheit, sondern von Freiheit - sie ermöglichten erst eine strikte Trennung von Staat und Wirtschaft. Dabei hebe Kirchhof hervor, so der Rezensent, dass das Steuerrecht diszipliniert ausgestaltet sein müsse: der Staat müsse die Bürger steuerlich gleich behandeln und dürfe das Wirtschaften nicht erheblich beeinflussen oder stören. Kirchhof wende sich gegen Steuersubventionen und zu überhöhte Steuersätze und plädiere für "einem ausreichenden, allgemeinen und maßvollen Steuersatz".

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