Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Herausgegeben von Mikkel Mangold und Marc Sieber. Seit 1840 hat der junge Jacob Burckhardt, angeregt durch seinen Berliner Lehrer Leopold von Ranke, kleine historische Schriften verfaßt, die hier zum ersten Mal vollständig veröffentlicht werden. In diesen frühen Arbeiten zeichnet sich bereits das überragende historische Erzähltalent Burckhardts ab, das ihn bis heute zu einem Klassiker der Geschichtsschreibung macht.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2004
Der Mittelalterforschung ist an Jacob Burckhardt ein wunderbarer Autor verloren gegangen, schreibt Michael Borgolte mit spürbarem Bedauern. Warum sich Burckhardt vom Mittelalter abgewandt hat, bleibt für Borgolte im Bereich der Spekulation. Vergessen sind seiner Meinung nach aber die Anfänge Burkchardts als Mittelalterhistoriker, die ihn bereits als "hochbegabten Geschichtsschreiber in statu nascendi" zeigen. Nachdem sich Burckhardt von der Theologie ab- und der Geschichte zugewandt hatte, ging er nach Berlin, wo er bei Leopold Ranke promovierte. Seine erste Seminararbeit bei Ranke ging über Karl Martell, seine Dissertation widmete sich dem Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden; später beschäftigte er sich mit den Alemannen sowie dem Erzbischof Andreas Jamometic von Krajina, letzteres bereits ein "Meisterstück der Geschichtsschreibung", begeistert sich Borgolte. Burckhardt habe immer Wert darauf gelegt, einen lesbaren Stil zu schreiben, darin unterscheide er sich eben so angenehm von anderen Vertretern seiner Zunft. Burckhardts gesammelte Abhandlungen über das Mittelalter, die alle aus dem ersten Jahrzehnt seines Schaffens stammen, sind nun im achten Band der kritischen Gesamtausgabe neu abgedruckt worden. Die Herausgeber hätten sich zwar um die ungekürzte Wiedergabe der Texte verdient gemacht, bemerkt Borgolte lakonisch, ansonsten sei jedoch der historische Kommentar der alten Gesamtausgabe leider noch nicht verzichtbar, weil die Herausgeber keine Mühen auf Erläuterungen verwandt hätten.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2004
Diese Zusammenstellung früher Arbeiten Jacob Burckhardts hat dem Rezensent Hanno Helbling vor allem den Einfluss Leopold Rankes auf den jungen Historiker vor Augen geführt - und Burckhardts beginnende Emanzipierung vom Berliner Lehrmeister. Die Monografie über den Erzbischof Konrad von Hochstaden etwa zeichne sich durch jenen "Duktus des Abwägens, dieselbe Grundstimmung der Relativität" aus, die man von Ranke kennt. Dieselbe Arbeit jedoch gebe auch Aufschlüsse über die Entwicklung, die Burckhardt dann einschlagen sollte: hin zur kultur-, zur geistesgeschichtlichen Betrachtung. Noch ein Wort zum Niveau der Edition: Es sei, schreibt Helbling, weiterhin auf "vorbildlicher Höhe" - er hatte es nicht anders erwartet.
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