Bücherschau der Woche
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Donald Davidson
Subjektiv, intersubjektiv, objektiv
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Joachim Schulte. Donald Davidson hatte schon zu Lebzeiten den Rang eines Klassikers erreicht. Seit Erscheinen seiner ersten wichtigen philosophischen Abhandlung im Jahre 1963 bis zu seinem Tod hat Davidson die Debatten im Bereich der philosophischen Semantik, der Erkenntnis- und Handlungstheorie und der Philosofie des Geistes maßgeblich geprägt. Ohne je eine philosophische Monographie vorgelegt zu haben, hat dieser "Denker ohne Buch" in einer Fülle von Aufsätzen ein einheitliches Bild der Sprache, des Geistes und der Handlung entworfen, das entscheidend dazu beigetragen hat, die theoretische Philosophie aus ihrer dogmatisch-sprachanalytischen Erstarrung zu befreien. Mit "Subjektiv, intersubjektiv, objektiv" liegt nun der dritte Band der philosophischen Aufsätze Davidsons in deutscher Sprache vor.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2004
Was ist, wie entsteht Subjektivität? Die Philosophie, so Michael Hampe, hat schon alle möglichen Erklärungen parat gehabt: Mal verlegte sie die Selbstwahrnehmung in das "Gespräch der Seele" mit sich selbst, mal richtete sie die Aufmerksamkeit auf das Funktionieren des Gehirns. Donald Davidson dagegen spricht von "intersubjektiven und objektiven Bedingungen" - alles Fühlen und Wahrnehmen entsteht in einem Dreieck von "sozialer, personaler und physikalischer Realität", also im Netz, das zwischen mir, anderen Menschen, mit denen ich dialogische Beziehungen aufnehme, und unserer gemeinsamen Welt, gespannt ist. Der Rezensent rühmt den Wert dieser holistischen Ansicht als Mittel gegen reduzierende Philosophien, gegen "einen Fundamentalismus des Selbstbewusstseins" oder "einen des Gehirns oder der Gesellschaft" - gegen "physikalischen Szientismus" (es gibt keine subjektiven Zustände), "solipsistischen Idealismus" (alles ist die "Erscheinung eines einsamen Ichs) und "sozialen Konstruktivismus" (alles ist Diskurs).
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.08.2004
Rezensent Manfred Geier verneigt sich vor Donald Davidson, dem im vorigen Jahr verstorbenen "großen alten Mann der analytischen Philosophie". Im Band "Subjektiv, intersubjektiv, objektiv", der 14 Vorträge zwischen 1981 und 1998 versammelt, sei noch einmal zu erleben, wie Davidson "mit analytischem Scharfsinn" erkenntnistheoretische Probleme aufrollt. Auch Davidsons "philosophische Grundüberzeugung", die 3-Welten-Lehre von Karl Popper, tritt laut Rezensent Geier offen hervor. Popper unterscheidet zwischen der rein körperlich-physikalischen Welt, der Welt psychischer Zustände und der Welt des Geistes; bei Davidson findet sich dies in seinem "triangulären Grundgedanken" wieder, laut dem uns die Welt nur mittels dreier Erkenntnisform, nämlich "subjektiv, intersubjektiv, objektiv", "begreifbar" ist. Also nur der wechselseitige Stabilisierungsprozess zwischen "eigenem Geist, Fremdpsychischen und gemeinsamer Umwelt", so resümiert der Rezensent die "philosophische Erbschaft" Davidsons, könne ein "Gesamtbild" des Wissens ermöglichen. Rezensent Geier würdigt die Konsequenz, mit der Davidson diese Trinität "ganzheitlich durchdacht" habe.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







