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Klappentext
Zum 50. Todestag des expressionistischen Dichters Ferdinand Hardekopf am 24. März 2004 sind nun seine Dichtungen in der Reihe der Arche-Klassiker wieder lieferbar.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.07.2004
Einen Dichter, dem "der Tabubruch in Serie gelang", hat Rezensent Thomas Kling entzückt wieder entdeckt. In der neu verlegten Ausgabe der Werke Ferdinand Hardekopf findet man "hochwertigste Lyrik und Prosa" eines in Deutschland zu Unrecht vernachlässigten Poeten. Nicht nur sei Hardekopf ein "wichtiger Anreger von Autoren vor 1914" gewesen, seine Schilderung des Bar- und Kaffeehaus-Ambientes der wilhelminischen Gesellschaft verrate den "großen Kenner der Sprache", den Könner, der sprachlich wie psychologisch "durchgefeilteste" Szenen schildert. Der Rezensent bewundert insbesondere die Unbeugsamkeit, die Dreistigkeit, mit der Hardekopf der damaligen Gesellschaft begegnete. Gedichte über Drogenkonsum - er selbst war bekennender Morphinist - geschrieben mit "französisch geschulter Eleganz" zeigen dem Leser, dass der Dichter niemals bereit war, "mit Blaulicht eine windelweiche Menschheitsrettung zu betreiben", wie dies expressionistische Kollegen taten. Hinterlassen hat Hardekopf nur drei kleine Bände. "Das aber sind Gedichte!"
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2004
Im Lichte der wiederaufgelegten Edition aus dem Jahr 1963 stellt die Rezensentin Beatrix Langner den in Vergessenheit geratenen Dichter Ferdinand Hardekopf als regelrechte Essenz des Expressionismus hin, als einen, der allerlei Befindlichkeiten und Stimmungen der bekannten Großen (wie Lasker-Schüler, Benn und Trakl) in sich verbindet und bündelt, und das mit einer Leuchtkraft, die auch heute noch in ihrer Intensität überrascht. Doch dieses Feuerwerk übertreffe den bloßen "lyrischen Adrenalinschub" des Dadaismus und des Expressionismus um einiges, und ganz besonders um den "scharfen hellen Blick in die Absurditäten der von sozialen Krisen und politischen Hasardeuren aufgewühlten Gesellschaft", der den "glänzende Journalist" Hardekopf auszeichnete.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2004
Heinz Ludwig Arnold stellt das neu aufgelegte schmale Oeuvre des ältesten expressionistischen Schriftstellers vor, der jedoch nie ganz dazugehört hat, sondern eher ein Einzelgänger war, wie Arnold erläutert. Ferdinand Hardekopf, Jahrgang 1876, ging 1899 nach Berlin unter die Feuilletonisten, wo er sich mit Literatur- und Theaterkritiken (u.a. für die "Schaubühne", die spätere "Weltbühne") durchschlug und sich um 1910 den Vorläufern des Expressionismus anschloss. Während des Ersten Weltkrieges verweigerte er den Kriegsdienst und zog in die Schweiz, Ende der 20er Jahre wiederum ließ er sich in Frankreich nieder, wo er als literarischer Übersetzer arbeitete, bis ihn die Nationalsozialisten inhaftierten. Hardekopfs literarisches Werk passt auf gerade mal 120 Seiten, berichtet Arnold, und stammt überwiegend aus den 10er und frühen 20er Jahren; kleine dialogische Stückchen und Gedichte, die Arnold heute wie ein Konzentrat expressionistischer Dichtung anmuten: expressionistisch geschrieben, aber intellektuell durchgeformt, so Arnold. Ein expressiver Urschrei werde bei Hardekopf nie laut, alles sei knapp, beispielhaft und "eben nicht unmittelbar", heute mehr Dokument als Dichtung, erklärt der Rezensent und verweist auf den lesenswerten Essay des Herausgebers Winfried Schoeller, der Leben und Werk von Hardekopf für diese Neuausgabe erschlossen hat.
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