Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Robert Gernhardt, Klaus Cäsar Zehrer (Hrsg.)

Hell und schnell

555 komische Gedichte aus 5 Jahrhunderten

Cover: Hell und schnell

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN-10 3100255054
ISBN-13 9783100255051
Gebunden, 622 Seiten, 24,90 EUR

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Klappentext

Endlich ist es da: das Buch zur komischen Dichtung. Mit allen komischen Klassikern, mit allen Kapriolen der klassischen Komik. Lieder, Parodien, Knittelverse, Schüttelreime, Sonette das Beste, was an freiwilliger und zuweilen auch unfreiwilliger Komik in deutscher Sprache gedichtet wurde. Mit den Klassikern von Heine, Busch, Morgenstern, Ringelnatz, Tucholsky, Brecht, Jandl und vielen erstaunlichen Wiederentdeckungen.

Rezension Perlentaucher

621 Seiten mit 555 komischen deutschen Gedichten aus fünf Jahrhunderten bringt die Sammlung "Hell und Schnell" von Robert Gernhardt und Klaus Cäsar Zehrer. 878 gewitzte Gedichte aus 400 Jahren auf 940 halb so großen Seiten stellt die von Steffen Jacobs herausgegebene Anthologie "Die komischen Deutschen" vor. Beide Werke sind mit Nachworten versehen, die über die Auswahlkriterien aufklären, und beide Anthologisten sind überrascht und ein wenig stolz auf die vielen komischen Gedichte, die sie bei ihrer Arbeit gefunden haben. Es gibt eine Schnittmenge. Sie ist aber kleiner als man denkt. Natürlich wird, wer in den Bänden blättert und liest, bei dem einen oder anderen Gedicht denken: Was fanden die komisch daran? Aber es bleiben doch eine ganze Reihe von Texten, die die unterschiedlichsten humoristischen Gelüste befriedigen können...
Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2004

Rezensent Wolfgang Schneider hatte seinen Spaß an dieser "umfangsstarken" Gedicht-Anthologie. Er lobt den wohltuenden Unterschied dieser Sammlung zu den sonst üblichen "Hausbüchern des Humors". Zum einen liege dies an der "profunden essayistischen Gattungsbestimmung" des komischen Gedichts, verfasst vom Mitherausgeber Zehrer, die der Sammlung beigegeben ist; vor allem aber hat Rezensent Schneider gefallen, dass die üblichen "Barrieren" zwischen U- und E-Kultur hier eingerissen wurden. So finden sich neben den "notorischen Humoristen" wie Wilhelm Busch und Ringelnatz auch Klassiker wie "Heine, Fontane, Brecht". Die Gedichte sind, wie Schneider erkärt, in sechs "Räume" sortiert: Die "Ehrenhalle" enthält 25 "Spitzenwerke", die "Galerie" gibt einen chronologischen Überblick, im "Spiegelkabinett" sind Parodien versammelt, im "Konzertsaal" die Chansons und Liedtexte und die "Wunderkammer" präsentiert unfreiwillig Komisches, zum Beispiel einen "Stalin-Hymnus von Johannes R. Becher". Allerdings trifft die Textauswahl nicht immer den Rezensentengeschmack: So bedauert Schneider, dass Herausgeber Robert Gernhardt nur mit einem Text vertreten ist. Und er ärgert sich, dass Autoren der Neuen Frankfurter Schule wie Thomas Gsella genauso viel Platz eingeräumt wird wie für Heine oder Brecht. Außerdem hat der Rezensent Beiträge von Frauen vermisst. Gerade mal fünf unter 250 Autoren sind es. Komische Gedichte, meint Schneider, seien wohl " so wenig eine weibliche Domäne wie die Arbeit auf einer Ölbohrinsel".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004

"Gründlicher und vollständiger ist man über das komische Gedicht in deutscher Sprache noch nicht unterrichtet worden", konstatiert Thomas Steinfeld, der Robert Gernhardts und Klaus Zehrers Anthologie mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen hat. Die großen Meister wie Christina Morgenstern und Ernst Jandl könne man, ja müsse man immer wieder lesen, schreibt Steinfeld. Andere, vor allem einige der neueren Beiträge wiederum machten eher einen "gequälten, wenn nicht gar peinlichen" Eindruck. Zu albern und kabaretthaft wirke das, zu wenig absurd und deshalb komisch. Schade findet der Rezensent es zudem, dass aus Platzgründen ganz auf Abbildungen verzichtet wurde. Damit werde das Repertoire verkürzt, etwa bei Werken von Busch oder Gernhardt. Trotz allem sind laut Steinfeld "Entdeckungen in großer Zahl" in dem gelben Band zu machen, der mit der lachenden Sonne auf dem Titel auch von außen eine "monumentale Freundlichkeit" ausstrahle.

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