Theo R. Payk

Töten aus Mitleid

Über das Recht und die Pflicht zu sterben
Cover: Töten aus Mitleid
Reclam Verlag, Leipzig 2004
ISBN 9783379200950
Broschiert, 227 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Brennpunktthema: Aktive Sterbehilfe - eine "Lizenz zum Töten"? Theo R. Payk verfolgt die tradierten und neuesten Argumentationslinien für und gegen die aktive Sterbehilfe. Die kontroversen Auffassungen über den Wert des Lebens und die Würde des Sterbens werden anhand kulturhistorischer Exkurse unter anderem zur Begräbniskultur, zum Suizid, zum Ritualmord, zum Märtyrertod, zum Amok, zur Geschichte der Hospizbewegung und der Palliativmedizin dargestellt. Payks Streitschrift ist gegen die Freigabe der aktiven Sterbehilfe gerichtet, denn diese würde die Hemmschwelle zur Tötung absenken und das Gewissen von Ärzten gegenüber der Euthanasie immunisieren. Der Autor plädiert vielmehr für die Entwicklung der palliativen, sterbebegleitenden Heil- und Pflegekunde und für eine Ausweitung der Hospizbewegung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2004

Das Urteil von Oliver Tolmein über dieses Buch des Psychiaters Tjeo R. Payk fällt recht zwiespältig aus. Zunächst hat ihm gefallen, dass der Autor nicht so tue, als diskutiere man die Probleme und Perspektiven der "Euthanasie" - viele Debatten-Teilnehmer würden schon den Begriff "sorgsam meiden", bemerkt Tolmein - heute zum ersten Mal. Payk geht nämlich, erfährt man, "den entgegengesetzten Weg". Er schlägt einen Bogen von altägyptischer Lebensmüdigkeit über die Todesangst im Mittelalter und den Nationalsozialismus bis zur gegenwärtigen Debatte über Tötung auf Verlangen. Gefallen hat dem Rezensenten auch, dass der Autor darauf hinweist, dass die demografischen Entwicklungen den wichtigsten Hintergrund für die aktuelle Konjunktur der Debatte darstellen. Und schließlich lobt Tolmein auch noch, dass es dem Autor gelungen sei, viele "Fakten zusammenzutragen und die unterschiedlichen Positionen nüchtern und ausführlich darzustellen". Doch dann folgt eine Aufzählung von Defiziten. "Weniger an Stoff, wäre mehr gewesen", moniert Tolmein. Auch fehlt ihm "der verbindende Gedanke", stattdessen fand er "oftmals Allgemeinplätze und Leerformeln". Und schließlich habe sich, meint Tolmein, auch das Lektorat des Reclam Verlags Leipzig hier nicht mit Ruhm bekleckert.

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