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Tausendundeine Nacht
Nach der ältesten arabischen Handschrift in der Ausgabe von Muhsin Mahdi
Klappentext
Aus dem Arabischen von Claudia Ott. Diese Neuübersetzung von Tausendundeine Nacht macht erstmals die älteste arabische Fassung der berühmten orientalischen Erzählsammlung auch deutschen Lesern zugänglich. Die nächtlichen Erzählungen von Schahrasad, mit denen sie ihren königlichen Gatten verzaubert und so ihre Tötung immer wieder aufschiebt, entführen den Leser in die Welt der Basare und Karawansereien, der weisen Kalifen und verschlagenen Händler, der vornehmen Damen und klugen Ehefrauen, der mächtigen Zauberinnen, Dschinnen und bösen Dämonen. Sie berichten von erotischen Vergnügen und harten Schicksalsschlägen. Wie kein anderes Werk ist Tausendundeine Nacht Inbegriff eines romantischen, exotischen Orientbildes.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Tausendundeine Nacht - Info bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.01.2005
"Sagenhaft" findet Rezensentin Martina Meister die Neuübersetzung des Orient-Klassikers "Tausendundeine Nacht" und lobt die "frische, moderne und ganz und gar nicht prüde Version", die die Orientalistin Claudia Ott vorgelegt hat. Die "ferne Welt des Orients" ist "sprachlich an uns herangerückt" und endlich nicht mehr auf die Lektüre der "leicht angestaubten Strenge der Übersetzung Enno Littmanns" beschränkt, welche die Rezeption in Deutschland lange Jahre dominiert hatte, freut sich Meister. Nicht um Kopf und Kragen, sondern um ihr Leben redet sich Schahrasad auch in dieser Fassung und antizipiert den von der Rezensentin zitierten Foucaultschen Satz: "Die todbringendsten Entscheidungen bleiben für die Zeit ihrer Erzählung zwangsläufig in der Schwebe." Um Gut und Böse, Intrigen und Verwechslungen und natürlich um Liebe geht es in den zweihundertzweiundachtzig Geschichten der berühmten Erzählerin Schahrasad. Allerdings tauchen berühmte Figuren wie Sindbad oder Aladin in Otts Version nicht mehr auf, die auch in den arabischen Handschriften nicht existieren. "Wir haben es folglich mit einer bereinigten, aber zugleich moderneren Fassung zu tun", befindet Meister. Der Leser könne eine wahre Neuentdeckung machen und solle sich unbedingt von Schahrasads "Zauberkraft des Erzählens" in den Bann schlagen lassen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.2004
Zwei Pole macht Rezensent Otto Kallscheuer im Orientbild aus, das die westlichen Gesellschaften prägt: auf der einen Seite Lust, Heldentum und Liebe, auf der anderen Krieg, Kampf und Tod. Erstmals von Antoine Galland im 18. Jahrhundert übersetzt, haben die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht entscheidend zum Orientbild beigetragen. Claudia Ott hat diesen Text nun in ein "klares, lebhaftes Deutsch" gebracht. Dass sie dabei auf "orientalisierende Ausschmückungen" verzichtet, wie sie in Übersetzungen des 19. Jahrhunderts zu finden sind, veranlasst den Kritiker zu lobenden Worten; dass sie während "tausendundeiner Übersetzung" auch noch zwei Kinder zur Welt brachte - "ohne dass die Erzählung pausierte" - ist für ihn "wahrlich" ein Grund zur Freude. Überzeugt zeigt sich der Kritiker auch von Otts Sprache - "klar" findet er diese und "erotisch expliziter". Dennoch: am Ende seiner Suche nach den Wurzeln des Orients muss er feststellen, dass es den "Urtext aller exotischen Verzauberungen" nicht gibt. Immer würden neue Geschichten berichtet, überliefert, und manchmal auch "erlogen".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2004
Eins will dem Rezensenten Volker S. Stahr nicht so recht schmecken: Dass nämlich die Geschichte der "Tausendundeinen Nacht" weiterhin als "urarabisches" Erzählgut verkauft werden. Zwar gebe es von diesem Erzählcorpus arabische Fassungen, der Corpus selbst sei jedoch eigentlich indischen Ursprungs. Claudia Otts Übersetzung, so Stahr, geht von der sogenannten "Galland-Handschrift" aus, der aus dem 15. Jahrhundert stammenden und ältesten bekannten arabischen Fassung. Die Übersetzung selbst findet der Rezensent überwiegend gelungen, vor allem in ihrer außerordentlichen Texttreue, doch beklagt er, dass Ott die arabisierende Note zu stark herausarbeitet. Ott betone den bislang von den Übersetzungen vernachlässigten sinnlichen und erotischen Einschlag der Geschichten. Dies gelingt ihr insofern hervorragend, so Stahr, als einem bei der Beschreibung der Speisen das Wasser im Mund zusammenlauft. Andererseits versuche Ott die archaisch kraftvollen Sexualausdrücke entsprechend unverblümt ins Deutsche zu retten, was aber zu einer "Mischung aus Antiquiertheit und zeitgenössischer Derbheit" gerate. Auch die gereimten Passagen, die Ott nach eigener Aussage "stark mit einer dem Arabischen angelehnten Note geprägt" hat (etwa "Sein Gesicht ist wie der Sichelmond, auf dem das Glück der hellen Perlen wohnt"), wirken auf den Rezensenten "zuweilen etwas gezwungen".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.04.2004
"Lesesucht" hat Angelika Ohland bei der Lektüre von "Tausendundeine Nacht" befallen. Ali Baba, Sindbad und Aladin hat sie in diesem Buch allerdings vergeblich gesucht: sie wurden nämlich erst von dem Orientalisten Antoine Galland vor dreihundert Jahren eingefügt, während die hier versammelten Erzählungen auf dem Text aus dem 15. Jahrhundert beruhen, erzählt Ohland. Macht aber nichts, die Übersetzung von Claudia Ott hat sie reichlich entschädigt: "So deftig" übersetzt hat sie die Geschichten noch nie gelesen. Gerade für Jugendliche, glaubt sie, kann das "sehr spannend" sein.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004
"Frischer Wind" bläst Friedrich Niewöhner beim Lesen von Claudia Otts neuer Übersetzung der Geschichten von Tausendundeiner Nacht ins Gesicht. Die Autorin, die sich nun erstmals nach Enno Littmann den Geschichten von Scheherazade widmet, zeichne sich durch besonderes Sprachgefühl aus. Sie übersetze die Märchen so, dass sich die "männlichen Leser sofort verlieben" werden, erzähle von wunderschönen Mädchen und geheimnisvollen Orten. Und vergesse dabei nicht, bei der Übersetzung der 250 Gedichte die unterschiedlichen arabischen Versmaße zu berücksichtigen. Deshalb liest sich der Text so gut, dass man ihn eigentlich lieber "laut" sprechen möchte, schwärmt der Rezensent. Einfach märchenhaft.
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