Im Sommer 1996, der Zeit der Brotkrise in Bulgarien, kehrt die 46jährige Schriftstellerin Mila mit Mann und Tochter in ihre Heimat zurück ? ins Balkangebirge, wo früher der Staatschef Shivkov Braunbären geschossen hat. Allein macht sich Mila auf zu einer Wanderung. Verfolgt von den Erinnerungen an ihre Jugend im poststalinistischen Bulgarien, getrieben von den zwanzig Jahren des Versuchs einer Auseinandersetzung mit ihrer Identität als Schreibende und Ausländerin in Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.05.2000
In einer Doppelrezension bespricht Karl-Markus Gauss das Buch zusammen mit dem bereits 1990 veröffentlichten Roman "7 Kilo Zeit", der jetzt wieder aufgelegt worden ist. In dem damals fast nicht bemerkten Text sei es der Autorin gelungen, mit "Ironie und Talent" die kleinen, verschwundenen Dinge wiederzuerwecken, und das auf "sinnlich prägnante" Weise. Es sei eine "Kindheit zwischen Idylle und Schrecken", die sie da schildere. Gauss zeichnet nach, wie Zarachieva einerseits von der Faszination des Kindes für die stalinistische Propaganda und andererseits von einer Kindheit, die so war wie überall mit den alt bekannten Problemen und Feuden der Pubertät.
In "Das Bärenfell", das an den vorherigen Roman thematisch anschließe, lobt Gauss besonders die Fähigkeit Zacharievas, "eindringliche Bilder für die Fremdheit" zu finden, die die Protagonisten als Bulgarin in Deutschland empfindet. Es sei, so der Rezensent anerkennend, ein "vielschichtiger Text", der die Erfahrungen vieler Intellektueller aus dem Osten widerspiegele, die im Westen zwar als Opfer, nicht jedoch als Stellvertreter einer Kultur angesehen würden.
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