Während, wie Rolf Vollmann zu berichten weiß, im wirklichen Tübingen derzeit auf Befehl der örtlichen Bürgermeisterin das Abendland in einer um sich greifenden Steppe gelben Streusandes untergeht (das "Gepolter der Tatarenhorden" sei schon zu hören), herrscht in den Gedichten und Fotos dieser "schönen Anthologie" noch die gelehrte Stadt vor: Tübingen, wie es in der Poesie von 1534 bis heute erscheint. Die Herausgeber, schreibt Vollmann, haben keine touristische Effekte im Sinn gehabt, sondern allein das keineswegs "antiquarische", sondern überaus "lebendige" Lesevergnügen - der Band sei nicht nur gut gemischt, sondern auch "schön durchdacht und fast verschwenderisch mit allem versehen, was man sich wünscht". Der Steppe zum Trotz!
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