Aus dem Englischen von Angelus Johansen. London, 1740: Captain Anson bricht mit sechs Schiffen und 1800 Männern auf, um die Welt zu umsegeln und von den Spaniern den silberschatz der Inkas zu rauben. Vier Jahre später: Anson kehrt mit nur einem einzigen Schiff zurück...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2000
Mit der "unaufgeregten, lockeren Sachlichkeit, die englische Fachliteratur oft so angenehm lesbar macht", so Uwe Schildmeier, hat der Londoner Geschichtsprofessor dieses Buch über Captain Anson und seine Kaperfahrt auf die spanische "Acapulco-Galeone" geschrieben. Ein Krieg gegen die Spanier um einen Anteil an den großen überseeischen Besitzungen von Lateinamerika bis zu den Philippinen war kläglich gescheitert, als der spätere Seeheld Anson aufbrach, wenigsten ein paar "dicke Rosinen" aus dem Kolonialkuichen der Spanier herauszupicken. Seine Seereise wurde zum Desaster - von sechs Schiffen verlor er fünf durch Stürme, Schiffbruch und Meuterei, Hunderte Seeleute starben an Skorbut und anderen Krankheiten. Als er jedoch das "spanische Schatzschiff" aufbrachte und mit der ungeheuren Beute peruanischen Silbers heimkehrte, wurde er im Triumphzug durch London geführt. Später widmete er sich der "Beseitigung der zahlreichen Missstände" der Schifffahrt, schreibt Schildmeier, und wurde zum "verklärten Idealbild des britischen Seeoffiziers". Als Mensch bleibt er sowohl in der Geschichte als auch im Buch "unplastisch", was aber, so der Rezensent, immer noch besser ist als ein nur aus "Mutmaßungen" zusammengebasteltes "Psychogramm".
In seiner kurzen Rezension hebt Ralf-Peter Märtin besonders Williams Fähigkeit hervor, das "alltägliche Leben und Sterben bei einer Weltumseglung" im 18. Jahrhundert eindrucksvoll zu schildern. Neben den militärischen und politischen Hintergründen, die der Autor aus englischen und spanischen Quellen herausgearbeitet habe, liege hier die "eigentliche Stärke" Williams.
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