Ist angesichts der fortgeschrittenen Medienwirklichkeit eine kritische Reflexion der Informationsgesellschaft überhaupt noch möglich? Der Band bietet die Rekonstruktion philosophischer Positionen, die für Medientheorien der Gegenwart relevant sind. Philosophische Theorien von Descartes und Kant bis zu Flusser und Kittler werden historisch und systematisch dargestellt, insoweit sie die Medialität von Denken und Kommunikation behandeln. Ziel ist weder eine technikorientierte Medientheorie noch eine subjektzentrierte Kommunikationstheorie, sondern eine integrative Sicht der Medienevolution.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2000
Hart ins Gericht geht Nina Diezemann mit diesem Buch: Als "Small-Talk-Munition" ganz brauchbar, bemerkt sie spitz, nachdem sie allerhand entsprechende Passagen aufgelistet hat. So ist sie recht erstaunt, dass Hartmann die Jahrhunderte alte Frage der Sprachphilosophie, ob ein Denken jenseits der Sprache möglich ist, mit einem klaren "Ja" beantwortet. Und dementsprechend werden die Beiträge verschiedener Philosophen auch von Hartmann interpretiert, stellt sie fest. Wenig aufschlussreich findet sie darüber hinaus die Ausführungen zu `Theoremen` der Medienphilosophie und Innis, McLuhan und Flusser ("Gemeinplätze"). Die schlechte Reproduktion der Abbildungen seien außerdem nicht gerade dazu geeignet, das `bildliche Philosophieren` zu lehren, wie Diezemann nicht ohne Ironie anmerkt.
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