Aus dem Amerikanischen von Mirjam Pressler. Es gab eine Zeit, in der Jiddisch eine Gemeinschaft von vielen Millionen Menschen zusammenhielt. Diese Sprache, wajbertajtsch, im Schatten geboren und nur für den täglichen Hausgebrauch gedacht, führte tausend Jahre lang ein pulsierendes Leben. Differenziert in der Charakterisierung menschlichen Verhaltens, verschwenderisch in seinem Witz und Humor, unvergleichlich erfindungsreich in seinen Metaphern war Jiddisch für das Volk im Exil so etwas wie Heimat. Mit der Assimilierung, Vertreibung und Vernichtung der Juden wurde auch diese Heimat zerstört. Geblieben sind jede Menge klingende Ausdrücke, die wir häufig im Munde führen, ohne ihren Ursprung zu kennen: Chuzpe, Schlamasl, meschugge, Schlemihl. Heute erlebt die jiddische Kultur, ihr Sprach- und Liedgut eine unverhoffte Renaissance. Miriam Weinstein zeichnet die Geschichte dieser Sprache als lebendige Erzählung nach.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2003
Mit Mirjam Weinsteins Geschichte des Jiddischen konnte Stefana Sabin gelinde gesagt gar nichts anfangen. Nicht ein gutes Wort verliert sie über diese durch die Jahrtausende und Länder hetzende Sprachgeschichte, die sich, so vermutet die verärgerte Rezensentin, scheinbar an Leser richtet, die selbst einer "rudimentären alteuropäischen Allgemeinbildung" entbehren. Erzählt werde in einem grauslichen "schulmeisterlichen Ton", den die Autorin anhand von jiddischen Sprichwörtern habe etwas auflocken wollen, was aber allein zu "inhaltlicher Belanglosigkeit" führe. Dieses Buch, so Sabin, ist keine Sprachgeschichte, sondern eine "leidenschaftliche Beschwörung" des Jiddischen, der Sprache, die noch von den Großeltern Weinsteins gepflegt wurde.
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