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Christine Lavant
Briefe an Maja und Gerhard Lampersberg
Klappentext
Mit zahlreichen Faksimiles. Im Auftrag des Robert Musil-Instituts für Literaturforschung der Universität Klagenfurt und des Kärntner Literaturarchiv herausgegeben von Fabjan Hafner und Arno Rußegger. Der Komponist Gerhard Lampersberg (1928-2002) und seine Frau Maja (geb. 1919), die auf dem Tonhof in Maria Saal (Kärnten) lebten, waren bedeutende Förderer junger Talente aus allen Bereichen der Kunst und Literatur, unter denen sich später so bekannte Namen wie H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Gert Jonke, Peter Turrini und Josef Winkler befanden. Christine Lavant gehörte zu den Ersten, die das Ehepaar Lampersberg förderte. Über viele Jahre verband das Ehepaar eine tiefe Freundschaft mit der Dichterin. Die 46 erhalten gebliebenen Briefe, die Christine Lavant in den Jahren 1958-71 an das Ehepaar schrieb, lassen ein getreues Bild dieser vielschichtigen Beziehung entstehen, sind durch den Einblick in die literarischen Kreise, die am Tonhof der Lampersbergs verkehrten, aber auch ein Dokument der österreichischen Literaturgeschichte.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.12.2003
Ein Briefwechsel bedarf meistens eines gewissen Vorwissens, um die Lebensumstände nachvollziehen zu können. Renate Wiggershaus liefert in ihrer Rezension die nötigen Hintergrundinformationen, um Christine Lavants Briefe an das Künstlerehepaar Maja und Gerhard Lampersberg entsprechend würdigen zu können. Dazu sollte man wissen, dass die Lampersbergs in Maria Saal, einem Wallfahrtsort in der Nähe von Klagenfurt, einen Hof besaßen, wo sie Anfang der 60er Jahre viele österreichische Künstler beherbergten, darunter H.C. Artmann, Gert Jonke, Peter Turrini und eben Thomas Bernhard, der nämlich, so Wiggershaus, die Lampersbergs mit der Dichterin Christine Lavant bekannt machte. Lavant wiederum, erklärt die Rezensentin, hatte ein schweres Leben und war darum für die Gastfreundschaft des Ehepaares besonders empfänglich, woraus sich eine innige Beziehung ergab, die durchaus beidseitig war, wie Wiggershaus nach dem Studium von Lavants Briefen nun feststellt. Die Briefe sind im Faksimile wiedergegeben, berichtet die Rezensentin, mit einem Personenregister, Anmerkungen und einem Nachwort versehen, was alles nicht verhindere, dass so manches im Dunkeln bleibe, was dann kein Nachteil sei, meint Wiggershaus, wenn die Neugier für das Werk der Dichterin geweckt sei, die einen ganz besonderen wachen, melancholischen Ton gefunden habe.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.12.2003
Ein wenig zu aufwendig geraten findet Rezensent Wulf Segebrecht diese Briefedition zwischen der bedeutenden österreichischen Lyrikerin und einem Künstlerehepaar, dessen Bekanntschaft, wie wir lesen, durch Thomas Bernhard vermittelt worden ist. Alle Briefe seien als fotografische Faksimiles und in Transkription wiedergegeben. Es gebe sogar regelrechte editorische Richtlinien und natürlich Fußnoten, Namensregister und ein ambitioniertes Nachwort. Inhaltlich scheint jedoch dieser Briefwechsel diesen Aufwand nicht zu rechtfertigen. Christine Lavant zeigte sich dem Rezensenten in ihren Briefen "stets mütterlich, schwesterlich, freundschaftlich, entsagungsvoll". Doch thematisch kreisen die Briefe eher ums Private, lassen Segebrechts Ausführungen folgern: "keine poetischen Konfessionen oder politische Raisonnements, sondern nur Menschliches, gelegentlich Allzumenschliches".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2003
Ein kleines Utopia der Künste war von den fünfziger bis siebziger Jahren der Tonhof des Künstlerehepaares Maja und Gerhard Lampersberg. Peter Turrini, H.C. Artmann und Thomas Bernhard trafen sich und schrieben hier. Letzterer führte auch die Dichterin Christine Lavant ein, die Zeit ihres Lebens eine Außenseiterin des Literaturbetriebs blieb, auch dann noch, als sie und ihr schmales Werk "entdeckt" wurden. Aus dem nun veröffentlichten Briefwechsel Lavants mit dem Ehepaar Lampersberg spricht nun, so der Jdl. zeichnende Rezensent, der "unaufhörliche Wechsel von Freude und Verzweiflung", der das Leben der Dichterin wohl ausmachte. Die selbst gewählte "Künstlerexistenz" suchte Lavant und litt zugleich darunter; dieses Dilemma zeigten die Briefe ganz "unverstellt".
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