Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Christine Lavant

Briefe an Maja und Gerhard Lampersberg

Otto Müller Verlag, Salzburg 2003
ISBN-10 3701310726
ISBN-13 9783701310722
Gebunden, 168 Seiten, 17,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mit zahlreichen Faksimiles. Im Auftrag des Robert Musil-Instituts für Literaturforschung der Universität Klagenfurt und des Kärntner Literaturarchiv herausgegeben von Fabjan Hafner und Arno Rußegger. Der Komponist Gerhard Lampersberg (1928-2002) und seine Frau Maja (geb. 1919), die auf dem Tonhof in Maria Saal (Kärnten) lebten, waren bedeutende Förderer junger Talente aus allen Bereichen der Kunst und Literatur, unter denen sich später so bekannte Namen wie H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Gert Jonke, Peter Turrini und Josef Winkler befanden. Christine Lavant gehörte zu den Ersten, die das Ehepaar Lampersberg förderte. Über viele Jahre verband das Ehepaar eine tiefe Freundschaft mit der Dichterin. Die 46 erhalten gebliebenen Briefe, die Christine Lavant in den Jahren 1958-71 an das Ehepaar schrieb, lassen ein getreues Bild dieser vielschichtigen Beziehung entstehen, sind durch den Einblick in die literarischen Kreise, die am Tonhof der Lampersbergs verkehrten, aber auch ein Dokument der österreichischen Literaturgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.12.2003

Ein Briefwechsel bedarf meistens eines gewissen Vorwissens, um die Lebensumstände nachvollziehen zu können. Renate Wiggershaus liefert in ihrer Rezension die nötigen Hintergrundinformationen, um Christine Lavants Briefe an das Künstlerehepaar Maja und Gerhard Lampersberg entsprechend würdigen zu können. Dazu sollte man wissen, dass die Lampersbergs in Maria Saal, einem Wallfahrtsort in der Nähe von Klagenfurt, einen Hof besaßen, wo sie Anfang der 60er Jahre viele österreichische Künstler beherbergten, darunter H.C. Artmann, Gert Jonke, Peter Turrini und eben Thomas Bernhard, der nämlich, so Wiggershaus, die Lampersbergs mit der Dichterin Christine Lavant bekannt machte. Lavant wiederum, erklärt die Rezensentin, hatte ein schweres Leben und war darum für die Gastfreundschaft des Ehepaares besonders empfänglich, woraus sich eine innige Beziehung ergab, die durchaus beidseitig war, wie Wiggershaus nach dem Studium von Lavants Briefen nun feststellt. Die Briefe sind im Faksimile wiedergegeben, berichtet die Rezensentin, mit einem Personenregister, Anmerkungen und einem Nachwort versehen, was alles nicht verhindere, dass so manches im Dunkeln bleibe, was dann kein Nachteil sei, meint Wiggershaus, wenn die Neugier für das Werk der Dichterin geweckt sei, die einen ganz besonderen wachen, melancholischen Ton gefunden habe.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2003

Ein kleines Utopia der Künste war von den fünfziger bis siebziger Jahren der Tonhof des Künstlerehepaares Maja und Gerhard Lampersberg. Peter Turrini, H.C. Artmann und Thomas Bernhard trafen sich und schrieben hier. Letzterer führte auch die Dichterin Christine Lavant ein, die Zeit ihres Lebens eine Außenseiterin des Literaturbetriebs blieb, auch dann noch, als sie und ihr schmales Werk "entdeckt" wurden. Aus dem nun veröffentlichten Briefwechsel Lavants mit dem Ehepaar Lampersberg spricht nun, so der Jdl. zeichnende Rezensent, der "unaufhörliche Wechsel von Freude und Verzweiflung", der das Leben der Dichterin wohl ausmachte. Die selbst gewählte "Künstlerexistenz" suchte Lavant und litt zugleich darunter; dieses Dilemma zeigten die Briefe ganz "unverstellt".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren