Jürgen Osterhammel, Niels P. Petersson

Geschichte der Globalisierung

Dimensionen, Prozesse, Epochen
Cover: Geschichte der Globalisierung
C.H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406480201
Paperback, 128 Seiten, 7,90 EUR

Klappentext

Globalisierung beginnt nicht erst in der Gegenwart. Sie hat sich über mehrere Jahrhunderte hinweg entfaltet. Das Buch beschreibt die Vielfalt der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Prozesse, die heute unter dem Begriff der Globalisierung zusammengefasst werden. Es befasst sich mit deren Ursachen und Auswirkungen, Rhythmen und Reichweiten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2019

Ulla Fölsing lernt aus dem erstmals 2003 erschienenen, jetzt mit aktualisierter Bibliografie in sechster Auflage veröffentlichten Buch von Jürgen Osterhammel und Niels P. Petersson, dass der Begriff Globalisierung mit kritischer Vorsicht zu genießen ist und nicht als Terminus für eine historische Bewegung taugt. Klar in der Struktur und detailreich findet sie den Text, der ihr langfristige globale Prozesse vergegenwärtigt und anhand verschiedener historischer Phasen zeigt, inwieweit von Globalsierung zu sprechen ist oder eben nicht. Am Ende weiß der Leser laut Fölsing, dass es Muster der Globalisierung schon früher gegeben hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.01.2004

Der Begriff der Globalisierung drohe zu "sprachlichem Imponiermaterial" zu werden, zitiert Andreas Eckert die Autoren des "schmalen und sehr dicht geschriebenen" Buches. Jürgen Osterhammel und Niels P. Peterson gelinge auf wenigen Seiten das Kunststück, "einem der wichtigsten Begriffe heutiger Zeitdiagnose Tiefenschärfe" zu verleihen, zitiert Eckert zustimmend den Klappentext. Dabei definierten die Autoren Globalisierung als "den Aufbau, die Verdichtung und die zunehmende Bedeutung weltweiter Vernetzung" und setzten den ersten Schub zur Zeit der großen Entdeckungen im 16. Jahrhundert an, der drei Jahrhunderte später zu wirtschaftlich stabilen und wirkungsmächtigen transkontinentalen Beziehungen geführt habe, zitiert der Rezensent die Autoren. Entgegen der gängigen Deutung des Ersten Weltkriegs als Zäsur im Prozess der Globalisierung, bestimmten die Autoren sie als unaufhaltsam: "Man konnte einander nicht mehr entrinnen", "die Welt war bis ins Alltagsleben spürbar zu einer Schicksalsgemeinschaft geworden". Eckert schließt sich dem Urteil der Autoren an, dass der Globalisierungsschub der 1980er und 1990er auf eine Welt traf, "für die die Globalität bereits seit langem nichts besonderes mehr war", und lobt das "methodisch versierte, klug argumentierende" Buch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.11.2003

Da der Begriff der Globalisierung seit Anfang der 90er Jahre in aller Munde ist und den einen als "Totschlagsargument", den anderen als "Hassvokabel" schlechthin dient, begrüßt Franziska Augstein diesen Band, der Geschichte und Entwicklung der Globalisierung untersucht. Dabei verorten die Autoren den Beginn der Globalisierung im 15. Jahrhundert mit Beginn des Kolonialismus und der Seefahrt, informiert die Rezensentin. Sie findet, dass das Buch deutlich macht, wie wenig der Terminus zum "Verständnis der historischen Abläufe" beisteuert und ist wie die Autoren selbst davon überzeugt, dass das Modewort Globalisierung in Zukunft an Bedeutung verlieren wird.

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