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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ismail Kadare

Der Palast der Träume

Roman

Cover: Der Palast der Träume

Ammann Verlag, Zürich 2003
ISBN-10 3250600423
ISBN-13 9783250600428
Gebunden, 223 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Albanischen und mit einem Nachwort von Joachim Röhm. Mark-Alem, Sohn einer albanischen Grossbürgersfamilie, wird als Bediensteter in den Palast der Träume berufen. Durch seine Augen lernen wir jenes "Laboratorium des Schlimmsten" kennen, ein Schreckenslabyrinth, in dem ein Staat aus den Träumen seiner Bewohner den Fortgang der staatlichen Zukunft abliest. "Denn ein Traum, der wie ein herumfliegender Funke zufällig im Gehirn eines bestimmten unter vielen Millionen schlafender Menschen gelandet ist, kann dazu taugen, Unheil vom Staat und von unserem allgewaltigen Gebieter abzuwenden." Und so befiehlt die Macht jedem einzelnen, die Tiefen seines Geistes offenzulegen, in der Versicherung, es sei zum Wohle des Volkes.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2003

Aus Uwe Stolzmanns Besprechung von Ismail Kadares im Albanien der siebziger Jahre geschriebenen "Palast der Träume" spricht einiges an Unbehagen. Er bemängelt, dass der Autor im Vergleich zu "Brücke" in diesem Buch seine "poetische Kraft" verloren habe, die Sprache etwas "flach" geraten sei und auch die "Satzlogik manchmal klappere". Außerdem kommt ihm die Schilderung des "ganz normalen Wahnwitz des modernen Staates" schon von Borges und Kafka her bekannt vor. Das von Verlag und Übersetzer proklamierte Regimekritische des Romans nimmt Stolzmann Kadare in einer allerdings etwas undurchsichtigen Argumentation außerdem nicht ganz ab, sei ihm doch der Autor zu bewusst unpolitisch. Trotzdem sei das Ganze auch "unterhaltsame Prosa mit Ausbrüchen lustvoller Anarchie, effektvoll, manchmal leise furchterregend". Einverstanden ist er damit aber trotzdem nicht.

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