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Beqe Cufaj

projekt@party

Roman
Cover: projekt@party
Secession Verlag, Zürich 2012
ISBN 9783905951172
Gebunden, 160 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Albanischen von Joachim Röhm. Empathie, Wiederaufbau nach dem Krieg, Partys und Projekte. Beißt sich dies? Nach "Der Glanz der Fremde" Beqë Cufajs zweiter Roman: Eine Geschichte, die Geschichten nach sich zieht. Im Flugzeug sitzt ein deutscher Professor auf dem Weg in einen Neuanfang. Ein Land nach einem ­blutigen Krieg, voll von Weltbürgern, geholt durch die Vereinten Nationen, wartet auf ihn. Zurückgelassen hat er seine tote Tochter und seine Ex-Ehefrau. Vor ihm liegt ein zerstörtes Land, durchdrungen von Strukturen, die keine sind, von Menschen, die tagsüber in Büros und nachts in Bars mit den Einheimischen aufeinanderprallen. Sein Dolmetscher, ein ehemaliger Asylbewerber "dort oben" und jetzt ein moslemischer Eiferer, ist sein Vermittler zwischen Ost und West. "projekt@party" ist ein Gegenwartsroman, der Kulturen und Gepflogenheiten auf das Eigentliche reduziert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.01.2013

Dass der kosovo-albanische Autor Beqë Cufaj offenbar einiges Insiderwissen für seinen Roman über selbstherrliche UN-Aufbauhelfer mitbringt, hält Thomas Winkler ihm ohne weiteres zugute: Cufaj gelingt es aufs Interessanteste sämtliche Vorurteile zu bekräftigen, wenn es um dramatisch ineffiziente Aufbauprojekte geht, die von selbsterhaltenden bürokratischen Systemen zuschanden verwaltet werden. Nur auf literarischem Gebiet hat der Autor wenig vorzuweisen, mäkelt der Rezensent: Dieser beklagt sich über eine wenig ausgeprägte Geschichte, schlicht angelegte Charaktere, lustlose Dialoge und verschenkte Chancen, "das absurde Potenzial seines Settings" zu nutzen. Somit mag der Rezensent das Buch allenfalls als Kampfschrift durchgehen lassen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2012

Beqë Cufaj schickt in seinem Roman "projekt@party" seinen Ich-Erzähler, einen deutschen Universitätsprofessor, als Uno-Beauftragten in den Kosovo, berichtet Marko Martin. Die Unabhängigkeit des Landes hat 2012 ein "Beinahe-Land" geschaffen, in dem sich mafiöse Gruppen und Brüsseler Bürokraten austoben können - und auch Hybride kommen vor, weiß der Rezensent. Die diversen Krisen des Landes bleiben bei Cufaj von dem Furor jedoch bestenfalls unberührt. Er gönnt den Lesern keine Katharsis, keine Erlösung, meint Martin. Die Liebe des Autors zu Adjektiven stimmt den Rezensenten etwas missmutig. Durch allzu skrupulöse Beschreibungen wird der Vorstellung die Sicht verstellt, findet Marin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012

Hans-Peter Kunisch hat dem jüngsten Roman von Beqe Cufaj etwas Grundsätzlicheres abgelesen, als eine bloße Reportage über das Leben in Priština nach dem letzten Krieg. Der 1970 im Kosovo geborene und heute in Deutschland lebende Autor und Journalist lässt einen deutschen Professor in der Lebenskrise in die kosovarische Hauptstadt reisen und mit den Augen des Außenstehenden die Einheimischen und die sich dort zwischen Hilfsprojekt und Amüsement tummelnden internationalen Organisationen beobachten. Die Position des Erzählers bietet den Vorteil, dass er mit den Augen des staunenden Fremden auf das Herkunftsland des Autors blicken kann, birgt aber auch das Problem, dass er damit isoliert bleibt, meint Kunisch. Deshalb begrüßt er es auch, dass als dritter Teil des Romans ein Lebensbericht des aus dem deutschen Exil zurückgekehrten Abu Bakr steht, der dieser Perspektive einen Blick von innen hinzufügt. Insgesamt lobt der Rezensent das Porträt des Professors als psychologisch plausibel und insbesondere mit dem dritten Teil nimmt nach seiner Einschätzung der Roman "an Fahrt" auf.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.09.2012

Norbert Mappes-Niediek ist hellauf begeistert von "projekt@party", dem zweiten Roman des kosovarischen Autors Beqe Cufaj. Darin, so erfahren wir, geht es um einen deutschen Professor, der im Zuge eines UN-Aufbau-Programms in das Kosovo kommt und dort zu einem Rädchen im Getriebe des Fortschrittskolonialismus mutiert. Der arrogante Eroberungsimpuls der vermeintlichen Friedensmissionare schürt Ressentiments in der Bevölkerung, die sich schließlich in Gewalt entlädt. Eine düstere, aber treffende Beschreibung der Verhältnisse, resümiert der Rezensent, und ein interessanter Blick "nicht nur auf das Kosovo, sondern auch auf das ganze zivilisatorische Projekt der Osterweiterung, auf das wir alle so stolz sind". Dem Übersetzer Joachim Röhm bescheinigt Mappes-Niediek, den Bloggerstil der albanischen Vorlage "gut getroffen" zu haben.

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Beqe Cufaj

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