Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hermann Scheer

Die Politiker

Cover: Die Politiker

Antje Kunstmann Verlag, München 2003
ISBN-10 3888973430
ISBN-13 9783888973437
Gebunden, 240 Seiten, 19,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Es ist ein Alarmzeichen für die Demokratie, wenn Wähler sich von der Politik abwenden und "Politiker" zum Schimpfwort mutiert. Der Vollblutpolitiker Hermann Scheer untersucht in diesem Buch die Handlungsbedingungen der Politik, die Verfassung unserer politischen Institutionen und ihrer Akteure - und die ganz widersprüchlichen Vorstellungen, die wir uns von ihnen machen. Ein längst fälliges Plädoyer für ein neues Politikverständnis - und den Mut zu politischer Mitwirkung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.12.2003

Die Politikerbeschimpfung, stellt Dieter Rulff eingangs seiner Besprechung fest, habe nun schon seit langem ihren "Stammplatz im Topoi der maulenden Mehrheit". Da sei es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit gewesen, dass einem Betroffenen einmal "der Kragen platzen" und er "zur Selbsthilfe" greifen würde. Dies habe der Bundestagsabgeordnete und Solarenergieexperte Hermann Scheer mit diesem Buch nun, lobt Rulff, "auf eine äußerst intelligente Weise" getan. Nur gehe es, schreibt Rulff, Scheer dabei eben einmal nicht um bloße Selbstbestätigung, "sondern um Veränderung". Dazu werden von Scheer dann nicht zuletzt strukturelle Probleme dargelegt - um zu zeigen, wo es wirklich auf Änderungen ankäme. Der Rezensent gibt vor allem folgende Überlegung Scheers wieder: Da sich kaum eine Berufsgruppe "periodisch solch existenziellen Ängsten ausgesetzt" sehe wie die meisten Politiker, die bei jeder Wahl um ihre Existenz bangen müssten, diene "ein Großteil der Parteiarbeit der Minderung dieser Angst" - zugleich bilde dies dann aber eben auch den Hauptgrund für die Bildung von Seilschaften und eine Übervorsicht im täglichen Handeln.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.10.2003

Mathias Greffrath findet, dass Hermann Scheer tief stapelt: Sein Buch sei "nichts weniger als ein kleines Lehrbuch vom politischen Handeln in den Strukturen, wie sie nun einmal sind". Es komme nämlich, argumentiert Scheer, nach wie vor auf die Parteien und auf das Parlament an - trotz aller Kritik, die auch er nicht zurückhält. Scheer, informiert Greffrath, diagnostiziert eine Krise der parlamentarischen Demokratie, hervorgebracht zum einen durch die "Verdampfung nationaler Geltungsmacht" zu Gunsten der WTO und die "absolutistische" europäische Wirtschaftspolitik der EU-Kommission, zum anderen dadurch, dass die Gesellschaft "ihre Kräfte delegiert" habe- die Basis der parlamentarischen Vertretung in der Gemeinschaft souveräner und politisch handelnder Bürger fehle. Was muss also passieren? Eine "Kulturrevolution" - im Geiste des Grundgesetzes.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003

Cathrin Kahlweit ist in ihrer ausführlichen Besprechung zwischen einer großen Sympathie für dieses Buch und dessen Autor einerseits und ihrer Einsicht in die Schwächen beider andererseits hin- und hergerissen. So freut sie sich zunächst, dass der SPD-Bundestagsabgeordnete Scheer auch in diesem Buch wieder einmal zeige, dass er "ein wenig anders ist als andere Politiker". Außerdem habe er ein "spannendes Buch" vorgelegt, das "historisch fundiert" und "intelligent strukturiert" sei. Doch im nächsten Satz folgt bereits die erste wichtige Einschränkung: Scheer macht es sich "bisweilen zu einfach", findet Kahlweit. Später folgt eine weitere: Über weite Strecken sei das Buch - mit Blick auf Titel und Thema - zudem eine "Mogelpackung", denn der SPD-Linke und Globalisierungsgegner Scheer arbeite sich weniger an den Politikern als an der Globalisierung und ihren Folgen für Märkte und Gesellschaften ab. Die Politiker selbst verteidige er gegen die von immer mehr Seiten vorgetragene Kritik. Gefallen hat der Rezensentin dabei unter anderem, wie Scheer an einer ganzen Reihe von Beispielen belege, dass hier noch immer die aus einer unseligen Tradition stammende Unterstellung fortlebe, dass Deutschland, wie die Rezensentin Scheer paraphrasiert, "ohne Parteien in besseren Händen wäre und volksnaher regiert würde". Aber Scheer sieht auch bei den Politikern ein Problem, berichtet Kahlweit, er warne sie vor "Selbstentmachtung" und fordere eine "Wiederbelebung der 'Ideale' politischen Handelns" - was die Rezensentin wiederum offenbar nicht so recht zu überzeugen vermochte, schließlich seien Ideale, wie sie schreibt, "nicht dekretierbar".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren