Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Alexander Osang erzählt von Träumen, die mit der Wirklichkeit zusammenstoßen: von Familien als fragilen Molekülen und Paaren, die aneinander vorbei sehen. Es sind Geschichten vom grandiosen, hinreißenden Scheitern komisch, tragisch und ganz dicht am Leben. Seine Erzählungen überraschen ihre Figuren in Momenten, die ihr Leben für immer verändern können: Ronald Kluge sucht im schwedischen Wald seinen Lotto-Gewinn. Herr und Frau Braune möchten im Osten billig ein Haus kaufen. Und Jürgen Eckert macht eine Billigreise nach Griechenland, auf der er zufällig den Bus entführt.Es sind die Momente, in denen seine Helden sich selbst in die Augen schauen: Ein Vater bringt seinen Sohn zum Fußball und macht einen Abstecher in die Vergangenheit. Eine Tochter begegnet an Weihnachten dem neuen Mann ihrer Mutter. Und Frank Lunkeberg feiert ein Fest. Aber warum liegen seine Hausschuhe im Kühlschrank?
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.12.2003
Beatrix Langner zeigt sich überaus angetan von diesen "herzerwärmenden Erzählungen" von Alexander Osang, die von Momenten handeln, "in denen ein normales Leben ins Rutschen gerät, wankt und wackelt und dann weiter ruhig seine Bahn zieht." Osangs Protagonisten erscheinen Langner "normal" und "eigenartig bekannt". Da tauchen Yuppies auf, die sich bei Bruschetta und Prosecco am Heiligabend über Politik und Typberatung unterhalten und der schicke Besitzer einer Luxus-Altbauwohnung in Ostberlin entpuppt sich als Ostberliner Gemütsmensch, der sich für seine alten Peter-Maffay-Platten und seine Hausschuhe schämt. Osangs Beschreibungen bezeichnet Langner als "so gnadenlos zeitgenössisch, so mühelos wiedererkennbar, dass der Begriff der Gegenwartsliteratur eigens für sie erfunden scheint." Und so hat sie diesen Band Erzählungen überaus gern gelesen, vor allem weil seine Erzählungen "leicht" seien "wie Literatur sein soll, die sich ihre Gegenstände nicht zurechtstilisiert".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.11.2003
Jochen Jung rückt Alexander Osang in die Nähe von Loriot, ja "richtig, Loriot", der nämlich als erster wusste, dass man moderne Lebensumstände nur mit einem klassischen Klagelaut zur Kenntnis nehmen kann - ach. Und in nahezu jeder der elf Geschichten sagt irgendeiner irgendwann - ach. Das entspricht, findet Jung, der komischen Seite Osangs, dessen Erzählungen mitten aus dem langweiligen deutschen Leben kommen, die nur deshalb nicht langweilig, sondern komisch wirken, weil Osang seine Figuren genau dort beobachtet, wo sie ihre empfindlichen Stellen haben, wo sich herausstellt, schreibt Jung, dass ihr Elend nicht Größe hat, sondern Alltag ist. Und so bleibt dem Leser das Lachen zu einem nicht geringen Teil auch im Halse stecken, warnt Jung. Zugleich aber besitze Osang auch eine sentimentale Seite, die das Komische nie derb oder fies werden lasse. Der Verfasser ist somit im Besitze einer altmodischen Tugend, die Jung nichtsdestotrotz gefällt: er hat Mitleid mit seinen Protagonisten, die mit Ach und Krach zurechtzukommen versuchen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.10.2003
Ein bisschen "abgedroschen" findet es Christoph Haas, wenn man fast alle Erzählungen an Weihnachten oder Ostern spielen lassen müsse, um die Diskrepanz zwischen Verheißung und trister Realität darzustellen. Der Reporter Alexander Osang habe mit seinen elf kurzen Geschichten zwar Erwartungen geweckt, erfülle sie aber leider "viel zu selten". Laut Haas sind Osangs Figuren allesamt "graue Alltagsmenschen und unromantische Verlierer", die sich schweigend gegenüber sitzen oder zufällig zum Busentführer werden, obwohl sie nur eine gefundene Pistole abgeben wollten. Dass der Autor ein "Gespür für Menschen und Situationen" habe, gesteht Haas ihm zu. Aber letztlich ist er doch immer wieder genervt, denn die Erzählungen läsen "sich oft wie in die Fiktion verlängerte Reportagen". Und oft fehle ihnen einfach die "literarische Konsequenz".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Laszlo Vegel: Bekenntnisse eines Zuhälters
Aus dem Ungarischen von Lacy Kornitzer. Im Mittelpunkt dieses legendären ungarischen Romans steht eine Gruppe ...
Charles Dantzig: Wozu lesen?
Aus dem Französischen von Sabine Schwenk. Kleine Feuilletons zu einer großen Frage. In leichtem und ...
Archiv: Bücherschauen
Für ein Happy End
03.02.2012: Die FAZ versinkt in William Trevors sehr irischem Roman "Turgenjews Schatten", der von der Liebe zweier Menschen erzählt, die einfach nicht für das Leben gerüstet sind. Die SZ liest Krimis von Buddy Giovinazzo, verübelt ihm aber, dass er den literarischen Wahnsinn zum Tiefstpreis verschleudert. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen
Hanna Krall: Rosa Straußenfedern
30.01.2012: Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen
Peter Nadas: Parallelgeschichten
26.01.2012: Peter Nadas erzählt die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft sind. Meilensteine in diesem gewaltigen Epos sind die ungarische Revolution 1956, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 sowie die dreißiger Jahre in Berlin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Nadas' Roman "Parallelgeschichten". Mehr lesen







