Aus dem Lateinischen von Heinrich Janssen. Herausgegeben, überarbeitet und eingeleitet von Dieter Wyduckel. Zum 400. Jahrestag der Politica methodice digesta des Johannes Althusius (1563-1638) erscheint eine Übersetzung dieses Werks, das als eines der ersten wissenschaftlichen Lehrbücher der Politik gilt. An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert bedurfte das politische Selbstverständnis im Gefolge von Humanismus und Reformation einer neuen Begründung. Die Politik als Wissenschaft musste sich in Abgrenzung zu Jurisprudenz, Theologie und Philosophie in veränderter Weise definieren. Durch Althusius erhielt sie eine neue Grundlage im Wissenschaftssystem als Lehre der Gemeinschaftsbildung, getragen von christlich reformiertem Geist, jedoch ohne dem Kaiser zu nehmen, was des Kaisers ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2003
Von Peter Nitschke erfahren wir zunächst, dass es bis dato noch keine "systematische deutschsprachige" Übersetzung dieses Klassikers des politischen Denkens gab, dass diese, von dem Dresdner Rechtshistoriker Dieter Wyduckel organisierte Ausgabe nun immerhin mehr als fünfzig Prozent des ursprünglich über tausendseitigen "Wälzers" berücksichtige und zumindest für eine Grobskizzierung außerdem keines der insgesamt neununddreißig Kapitel des Originaltextes auslasse. Trotz erster Bedenken möchte der Rezensent das Urteil über die Übersetzung letztlich lieber "der weiteren Forschung überlassen". Lobend erwähnt Nitschke die "fast vollständige Erschließung der internationalen Literatur" und "die Auflistung der zitierten Quellen des Althusius", beides weise den Weg zu einer historisch-kritischen Edition. Außerdem erfährt der Leser noch, dass Althusius' "Politik" immer mehr Anhänger in der politischen Theorie gewinnt, weil das Werk eine Institutionenlehre enthalte, die "für den Kontext der Ausbaubemühungen bei der europäischen Integration von nicht unbeträchtlichem kognitiven Wert" sei.
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