Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Der Beduinengeneral Amr hat den Auftrag, in Alexandria die berühmteste Bibliothek der Antike zu vernichten und so alle Schriften, die sich gegen die Lehre des Propheten Mohammed richten, zu zerstören. Der griechische Philosoph Philoponos, der jüdische Arzt Rhazes und die Mathematikerin und Musikerin Hypathia versuchen ihn davon abzubringen. In leidenschaftlichen Plädoyers schildern sie Amr die Geschichte der wertvollen Bibliothek. Der Astrophysiker Jean-Pierre Luminet gibt seinen Lesern in dem Roman auf humorvolle und unterhaltsame Weise einen Überblick über das gesamte antike Weltwissen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.10.2003
Eigentlich nicht schlecht, die Idee, findet David Oels: Ein "Roman des antiken Weltwissens", in dem die Hüter des großen Bibliothek von Alexandria - christlicher Philosoph, jüdischer Arzt, griechische Mathematikerin - anno 642 dem arabischen General, der soeben die Stadt erobert hat, mit Geschichten über den Reichtum dieser Büchersammlung gegenübertreten, um ihn zur Bewahrung des Schatzes zu bewegen. Außerdem, berichtet Oels, bringt die Mathematikerin ihre weiblichen Reize ins Spiel (und das Buch damit für den Rezensenten in Kitschverdacht). Doch es nützt alles nichts: die antiken Bücher gehen in Flammen auf, und das neue, das sich der Geschichte Alexandrias gewachsen zeigt, bleibt weiterhin ungeschrieben. Luminet jedenfalls reduziere sie "zur Parabel auf die von Mächtigen und religiösen Fanatikern stets bedrängte Wissenschaft". Es bleibt also bei der guten Idee.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.09.2003
Auch wenn ein gelehrtes Streitgespräch den Kern des Buches bildet, so habe der Autor, der französische Astrophysiker Jean-Pierre Luminet bewusst keinen historischen Essay geschrieben, sondern einen unterhaltsamen und stilistisch ansprechenden Roman verfasst, führt Rezensent Karl Christ gleich in medias res. Gegenstand des Disputes ist die alexandrinische Bibliothek, die größte Bibliothek und Forschungsstätte der antiken Welt, die durch den Feldherrn Amr zerstört werden soll. Drei gelehrte Fürsprecher findet die Bibliothek, darunter eine Frau, die Musikerin und Mathematikerin Hypatia, die wohl von Luminet als einzige Figur frei erfunden ist, mutmaßt der Rezensent. Den Dreien gelänge es zwar, Amr vom Rang der Bilbiothek und des angesammelten Weltwissens zu überzeugen, nicht aber den Kalifen umzustimmen. Der Roman verfügt über eine gelungene Mischung von Unterhaltung und Vermittlung historischen Wissens, lobt Christ, plädiere darüber hinaus auf unpathetische Weise auch für Toleranz und schärfe das Bewusstsein für Gewinn und Verlust menschlichen Wissens.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








