Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Friederike Mayröcker

Die kommunizierenden Gefäße

Cover: Die kommunizierenden Gefäße

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN-10 3518124447
ISBN-13 9783518124444
Kartoniert, 90 Seiten, 7,00 EUR

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Klappentext

Friederike Mayröckers Prosa hat etwas Atemloses, das alle Festlegungen überschreitet und sich noch für die kleinsten Details öffnet. Die "Sprach-Hochgeschwindigkeitskamera" erzeugt ein "Mayröcker-Kino" (Thomas Kling), in dem sich nichts Gemütliches findet. Entdeckungsreisen, Sprachabenteuer sind Sache der 78-jährigen Autorin, die etwa Wünsche für ein "ruhiges und besinnliches Fest" in "schrecklichen Aufruhr" versetzen: "nein, schreie ich in mir ... kein ruhiges besinnliches Fest, sondern stürmisch aufregend mit riesigen Meereswogen solle es über mich kommen, zerfleddert, zerzaust, zerknittert, und hitzig und zart ... " Alle Wahrnehmungsorgane wirken wie zum Zerreißen gespannt; Innen und Außen, Wirklichkeit und Literatur fließen ineinander, als gäbe es keine Grenzen dazwischen, als sei alles verbunden durch Gefäße, die miteinander kommunizieren, Interferenzen erzeugen, Lärm und Stille zugleich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.09.2003

Von diesem Buch, das die Lyrikerin kurz nach dem Tod ihres Lebensgefährten Ernst Jandl geschrieben hat, ist Cornelia Jentzsch angetan und berührt. Sie charakterisiert den Band als "langen, langsamen Abschied" und erkennt in ihm gleichzeitig Reflexionen über das Schreiben selbst. Dabei seien allenthalben "Phantomschmerzen" spürbar, die der Tod Jandls bei der Autorin hinterlassen haben, so die Rezensentin mitfühlend. Sie findet, dieser Band ist nicht zuletzt deshalb ein "erschütterndes Buch", weil es ihrer Ansicht nach demonstriert, wie "widerstandsfähig gegen den Tod das Leben" ist, trotz aller Schmerzen der Weiterlebenden.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren