James Cook, der weltberühmte Kapitän, und Georg Forster, der bekannte deutsche Naturforscher und Reisebuchautor, strebten nach umfassender Weltbildung. Jeder auf seine Art: Der eine Küsten erkundend, der andere forschend und schreibend. Christian Graf von Krockow erzählt nicht nur ihr Leben im Dienste von Bildung und Wissenschaft, sondern spiegelt in fiktiven Tagebucheinträgen auch die atemberaubende Weltumsegelung von 1752-1757, bei der beide sich begegneten. Im Nachvollzug dieser Reise macht er ihre Erfahrungen für den heutigen Leser transparent - und formuliert damit ein altes und möglicherweise neues Bildungsideal. Einer Bildung nämlich, die auf das Zusammenwirken von Erfahrung und Wissen - und nicht zuletzt auf die Verlockungen des intellektuellen Abenteuers setzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.07.2003
Für Gennaro Ghirardelli steht fest: "Mit diesen anämischen Figuren, wie sie von Krockow hier gezeichnet hat, hätten solche Entdeckungsreisen nie unternommen werden können." Gemeint ist die Expedition von Captain Cook, die der Autor aus zwei Perspektiven zu beschreiben versuche: Die erste umfasse Biografie-Abrisse von Cook und seinem Zeichner, die zweite bestehe aus fiktiven Tagebucheinträgen, erzählt Ghirardelli. Sein Urteil fällt hart aus: "Beide sind gründlich misslungen: Wirkt die erste mit ihrem obsolet aufklärerischen Pathos angestrengt und betulich, so landet die zweite mehr gefühlig als einfühlsam im banalen Kitsch." Viel mehr scheint er nicht über das Buch sagen zu wollen, sondern empfiehlt lieber Ulrich Enzensbergers "Georg Forster - Weltumsegler und Revolutionär" beziehungsweise dessen "Georg Forster - Ein Leben in Scherben" oder aber Klaus Harpprechts "Georg Forster oder Die Liebe zur Welt" zum Thema.
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