Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Andreas Kollender

Teori

Roman

Cover: Teori

dtv, München 2000
ISBN-10 3423241942
ISBN-13 9783423241946
Taschenbuch, 218 Seiten, 14,32 EUR

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Klappentext

Eine Weltreise - mit siebzehn Jahren! Für den jungen Johann Georg Forster ist es in jeder Beziehung ein Aufbruch in unbekannte Gewässer, als er am 13. Juli 1772 an Bord der "Resolution" unter dem berühmten Entdecker James Cook den Hafen von Plymouth Richtung Tahiti verlässt. Drei Jahre später kehrt Forster zurück - und ist ein anderer geworden. Als Sekretär seines Vaters, der die Expedition als Botaniker begleitet, sticht er in See, unsicher, meinungslos, ganz Beobachter. Als angehender Schriftsteller kehrt er wieder, erfüllt von Erlebnissen der Schönheit, der Liebe und der Grausamkeit. Die entbehrungsreiche Fahrt durch Eismeer und Südsee weitet den Horizont des jungen Deutschen. Für kurze Zeit wird aus Georg Teori, wie ihn die Eingeborenen nennen. Neben ersten sexuellen Erfahrungen ist es vor allem das Bekenntnis zu einer realistischen Weltsicht, das sein weiteres Leben bestimmen wird. Andreas Kollender baut in seinem Debütroman zurückhaltend und ohne grell-exotische Effekte die Stimmung einer Zeit auf, in der sich die Umbrüche der folgenden Jahre im Stillen bereits ankündigten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2000

Wolfgang Schneider findet vieles zu loben an diesem Buch, aber am Ende ist er doch enttäuscht. "Ungeschönt" beschreibe der Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, die "Schinderei" der Seeleute oder die recht unerfreulichen Eßgewohnheiten der Eingeborenen Tahitis, die Menschen verzehren. So werde einmal die "fachkundige Zubereitung einer Wange" geschildert - was interessanterweise nicht bei allen Matrosen Abscheu erregt. Schneider lobt den Stil Kollenders, der dem "anspruchsvollen Stoff gewachsen" sei. Was ihm jedoch mit der Zeit auf die Nerven geht, ist die politische Korrektheit des jungen Helden: statt des aufgeklärten Humanismus, der den echten Forster auszeichnete, biete Kollenders Forster nur eine "Jedermannstoleranz". Für eine Romanfigur keine sehr aufregende Eigenschaft, findet Schneider.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.07.2000

"Teori" sei das auf Tahiti gebräuchliche Kürzel für Georg, verrät "KHK" in seiner Kurzbesprechung. Teori alias Georg steht wiederum für Georg Forster, der seinen Vater in jungen Jahren auf eine Forschungsreise nach Tahiti begleitete. Kollender, der mit diesem Roman sein literarisches Debüt abgibt, nahm die Aufzeichnungen Forsters als Vorlage, nimmt sich jedoch die Freiheit, "gleichsam hüpfend", wie "KHK" schreibt, in Rückblenden oder Vorgriffen den Stoff auszubreiten und facettenreich miteinander zu verknüpfen. Ein Entwicklungsroman im klassischen Sinne, meint "KHK", insofern der sexuelle und intellektuelle Reifungsprozess des jungen Mannes mitsamt der Rebellion gegen den Vater beschrieben werde.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren